Tiere machen Bewohner im Heim glücklich
Tierisch geht es im Pflegekompetenzzentrum Stubenberg zu. Regelmäßig kommt eine Tiertherapeutin mit ihren Vierbeinern ins Haus.

Foto © BrugnerVergnügt hoppeln die Hasen im Pflegekompetenzzentrum in Stubenberg auf dem Tisch herum
An diesem Vormittag ist der große Aufenthaltsraum im Pflegekompetenzzentrum Stubenberg besonders stark frequentiert. Fast kein Sessel bleibt leer. Der Grund dafür ist die Anwesenheit der Tiertherapeutin Katharina Steindl. In ihrem Schlepptau: Kaninchen, Meerschweinchen und Hund Twinny, ein Australian Shepherd.
Seit rund drei Jahren gastiert die "Tiertante" aus Pischelsdorf einmal pro Woche mit ihrer Menagerie im Seniorenheim. Sie bringt Abwechslung in die Monotonie des Alltags. Vor allem aber zeitigt der tierische Besuch einen therapeutischen Effekt bei Heimbewohnern. Vorausgesetzt man hat ein Herz für Tiere. So werde, wie Steindl betont, durch das Streicheln der Tiere die Herzfrequenz gesenkt, was sich positiv auf einen zu hohen Blutdruck auswirke. Außerdem würden dadurch körpereigene Glückshormone ausgeschüttet. "Das nützt wiederum der physiologischen Verfassung", erläutert Steindl. Und im Nachsatz: "Das erspart so manches Pulverl am Nachtkästchen." Nicht zu vergessen das Gedächtnistraining. Die Therapeutin: "Viele der Bewohner beginnen plötzlich von persönlichen Erlebnissen mit Tieren zu erzählen."
Wohlerzogen
Gertrude Wohlkönig wirft vom Rollstuhl aus ein geknotetes Seilstück in die Runde. Twinny holt es unaufgefordert und legt es ihr in den Schoß. "Braver Hund", spart die Seniorin nicht mit Lob. Während sie ihre Wurfübungen ausführt, erzählt Wohlkönig von ihrem ehemaligen Hund, den sie als Welpe aus Griechenland mit nach Hause genommen hatte.
Im Altenheim pfeift Twinny auf seine gute Kinderstube. Zu bettlägrigen Heimbewohnern darf der Hund, sofern sie das wünschen, ins Bett springen, damit sie ihn streicheln können. Oder er muss auch nicht nein zu einem Tortenstück sagen, wenn er ein solches von einer gütigen Hand im Kompetenzzentrum gereicht bekommt. "Für alte Leute ist es ganz wichtig, jemandem etwas geben zu können. Da drücke ich natürlich ein Auge zu", sagt Steindl.
Maria Huber wiederum hat sich ein Stück Banane aufgespart, das sie jetzt den Hasen reicht, die vergnügt auf dem Tisch herum hoppeln. Besser scheint ihnen aber das Stück Karotte zu schmecken. Huber fragend: "Ist heute der Chef nicht dabei?" Damit ist der Rammler der Langohrtruppe gemeint. Da er gestern im Einsatz war, wurde ihm heute eine Pause gegönnt. Währenddessen neigt Aloisia Baumgartner ihren Kopf ganz nahe zur Tischplatte und fordert lachend ein Häschen auf: "Gib ma a Bussi!" Zumindest beschnuppert dieses neugierig das Gesicht der Pensionistin.
"Die Therapie mit Tieren hat sich bestens bewährt", freut sich auch Wohnbereichsleiterin Astrid Winkler-Spindler.







