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Zuletzt aktualisiert: 26.04.2011 um 22:15 UhrKommentare

Füttern als Morgensport in der Tierwelt

Rund 500 Tiere beherbergt die Tierwelt Herberstein. Für ihr Wohl sorgen die Tierpflegerinnen und -pfleger, deren Tag schon ziemlich früh beginnt.

Die Tierpflegerinnen und -pfleger der Tierwelt Herberstein schauen auf das Wohlbefinden ihrer Schützlinge

Foto © ZugschwertDie Tierpflegerinnen und -pfleger der Tierwelt Herberstein schauen auf das Wohlbefinden ihrer Schützlinge

Sehr früh am Morgen beginnt für einen Teil der Tierpflegerinnen und -pfleger der Alltag im Tierpark Herberstein. Vorbei an den noch dösenden Pelikanen geht es für Daniela Juen zur Fütterung der Muntjaks und Elen-Antilopen. Abwartend betrachten diese großen afrikanischen Savannentiere ihre Umgebung. Im angrenzenden Gehege genießt die Siamangfamilie die frische Morgenluft und seilt sich wie beim Morgensport zum Futterkübel ab, während Daniela Juen das Affenhaus reinigt. Mit ungeduldigem Blick drängen die Emus an den Zaun, als Daniela mit der vollen Futterkiste mit Karotten und grünen Salat das Gartentor öffnet. Unweit davon ist der Futterplatz der beiden Luchse Cleo und Filou, wo ihnen die Tierpflegerin nach der Reinigung das Futter ausgelegt hat. Lautlos und geschmeidig kommt Cleo zur Futterstelle, während Filou hoch oben auf einer Astgabel einer Platane in der Morgensonne schläft.

Auf dem Weg zum Pumagehege huschen Präriehunde über den Weg und verschwinden blitzartig in ihren Erdlöchern. Seine Pflegerin hat der Puma längst erkannt und wartet auf die Fütterung. Mit kaum merkbaren Kopfbewegungen fixiert er immer wieder das an einer Angel hängende Stück Fleisch, und mit einem mächtigen Sprung aus dem Stand holt er sich aus vier Meter Höhe die begehrte Fleischration.

Der Beutesimulator ist bestückt und erwartungsvoll blicken die beiden Geparden zu Pflegerin Femke de Jong. Wie in freier Wildbahn jagt die schnellere der beiden Großkatzen der Beute nach. Mit einem Sprung fasst sie das Stück Fleisch.

2000 Kilo Fleisch

Die Futterrationen für die rund 500 Tiere kommen aus der Futterküche, für die Manfred Heiling zuständig ist. Stolz zeigt der "Küchenchef" die Kühl- und Zubereitungsräume, in denen die unterschiedlichen Mahlzeiten vorbereitet werden. Imposant sind die Futtervorräte. "Wir brauchen beispielsweise pro Monat zirka 2000 Kilo Fleisch und etwa 600 Kilo Gemüse", sagt Heiling.

Weiter geht es zu Zootierarzt Rainhard Pichler. Er schaut in die Vogelvoliere zur Untersuchung eines Papagei. Seine Diagnose: "Graupapagei mit Nasenbluten". Da wird er sich seine Nase wohl zu heftig angeschlagen haben.

Die Tierpfleger Joanna Zwickel und Hannes Harmtodt sind inzwischen bei den ganz Großen des Tierparks. Ohne Scheu nähern sich die Bisons mit ihrem dichten Winterfell der Futterstelle. Sehr zur Freude der Tierparkverantwortlichen steht bei ihnen in Kürze Nachwuchs ins Haus. Zu den besonders Neugierigen gehören auch die beiden Kamele. Sie kommen an das Gehegetor und warten schon, bis sie Zwickel und Harmtodt eine Karotte aus der Hand fressen können.

"Herberstein ist ein wissenschaftlich geführter Zoo in einer guten Zusammenarbeit mit den zoologischen Instituten der Universitäten Wien und Graz", erklärt Tierwelt-Zoologe Thomas Lipp. Derzeit besteht für 13 Tierarten ein Zuchtprogramm zur Arterhaltung.

"Der Tierpark soll aber neben den Attraktionen die Besucher auch für eine artgerechte Tierhaltung sensibilisieren", sagt Lipp.

JOHANN ZUGSCHWERT

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