Von Schlangen und Schlingeln
"Amanda", die Boa des steirischen Sommers, weckt Erinnerungen. Etwa an jene Grüne Mamba, die vor 17 Jahren ganz Bad Aussee in Aufregung versetzte - und ebenfalls nicht weit kam.

Foto © Harald Lange - Fotolia.comEine Grüne Mamba sorgte 1993 in Bad Aussee für Schlagzeilen
Was wurde nicht alles versucht, um die drei Meter lange Boa zu finden: Hubschrauber und Dutzende Polizeischüler wurden in den letzten Tagen in Graz eingesetzt, um ein Vieh namens "Amanda" aufzuspüren. Weil sich die Schlange aber als echter Schlingel entpuppte und gar nicht - wie einst etwa "Dr. Kimble" - auf der Flucht war, wurde sie, wie berichtet, in der Küche des Besitzers wieder aufgefunden. Nun liegt ihr Schicksal in anderen Händen (mehr über "Amandas" Zukunftspläne siehe rechts).
Die Schlangenflucht, die gar keine war, erinnert nicht nur viele Bad Ausseer an den September 1993. Damals herrschte im beschaulichen Ort tagelang helle Aufregung, war doch beim Abbau einer Schlangenausstellung im alten Kurmittelhaus eine hochgiftige Grüne Mamba entwischt. Das Reptil verschwand und der Wirbel um das Tier (1,70 Meter kürzer als "Amanda") war groß, ein Krisenstab tagte und die Bevölkerung bekam per Postwurf Verhaltenstipps. Ein uniformierter Schlangenjäger mahnte Anrainer pflichtbewusst und mit den Worten "Das hier ist kein Kasperltheater" vor zu euphorischer Kontaktaufnahme mit dem Tier, wie die Kleine Zeitung damals berichtete.
Die Schlangen-Mania im Ort trieb bunte Blüten, ein Gastwirt servierte als Dessert "Mamba Becher", die Ortseinfahrt wurde mit dem Schriftzug "Willkommen in der Schlangenstadt" verziert. Als die Einsatzkräfte bereits sicher waren, dass sich die Giftschlange via Kurpark aus dem Staub gemacht habe und die Suche nach fünf Tagen kurz vor dem Abbruch stand, sorgte just ein Wünschelrutengänger für das erfolgreiche Ende der Fahndung. Der Rutengänger Peter Komarek führte Schlangenbesitzer und Helfer genau zur Grünen Mamba - sie befand sich unter einem Heizkörper im Kurmittelhaus.
Features
Lehrmädchen fand Reptil
21. April 1995: Aufregung in einem Kaufhaus in Stubenberg: Ein Lehrmädchen stieß beim Auspacken von Bananenkisten auf eine giftige afrikanische Schlange. Das Tier war samt dem Obst angeliefert worden.
Schlange auf dem Klo
18. Juli 2001: Einen gehörigen Schrecken bekam eine Ilzerin, als sie die Tür zum WC in ihrem Wohnhaus aufmachte. Eine Ringelnatter hatte sich am "Örtchen" eingefunden, wurde später von Helfern "entschärft".
Kobra als Grenzgänger
16. Mai 2003: Einen giftigen "illegalen Grenzgänger" beherbergte für kurze Zeit der Gendarmerie-Grenzkontrollposten in Spielfeld: Eine pakistanische Kobra hatte sich in die Räumlichkeiten einquartiert.
Schlange in Supermarkt
19. Februar 2008: Weil er sich die Verpflegung nicht mehr leisten konnte, hatte ein Südsteirer seine Kaiserboa in einem Lebensmittelgeschäft ausgesetzt. Zuvor war dem Mann bereits eine Spinne verendet.








