Heimische Künstler setzen auf eine Karte
Für die Oststeiermark ist an eine Orientierungskarte in Sachen Kunst gedacht. In Pöllau gab es ein erstes Vernetzungstreffen von Künstlern.

Foto © Franz BrugnerHans Jandl und Michaela Zingerle planen eine breitenwirksame Kulturlandkarte für die gesamte Oststeiermark
Brüssel winkt mit dem Kultur-Euro in Form eines Leader-Programms. Dem Kunst- und Kulturgeschehen im ländlichen Umfeld steht möglicherweise ein warmer Geldregen ins Haus. Dafür heißt es aber einen Schulterschluss für ein gemeinsames Auftreten zu finden. Michaela Zingerle von "styrian summer_art" hat nun die Initiative ergriffen und die Kreativköpfe aus der Region zu einer ersten Arbeitssitzung ins Gasthaus Schreiner in Pöllau geladen.
Gut ein Dutzend Interessierter leistete der Einladung Folge. Nach einer kurzen Erläuterung ihres Vorhabens, eine kulturelle Landkarte mit einer genauen Standortbestimmung aller regionalen Künstler auf den Markt zu bringen, wurde die Diskussionsrunde eingeläutet.
Die Hartberger Grün-Gemeinderätin Isabell Bayer-Lueger begrüßte die Idee, mittels einer solchen Karte, die es gedruckt wie im Web geben soll, etwa Thermenurlauber zu einer kulturellen Schnupperreise durch die Region zu animieren. Wichtig sei aber, so Bayer-Lueger, im Internet auf der betreffenden Seite auch das kulturelle Tagesangebot aufzulisten, um topaktuell zu sein.
Qualitätskriterien
Hauptthema des Abends war die Frage, welche Qualitätskriterien ein Kunstschaffender zu erfüllen hat, um die Chance zum Mittun zu erhalten. Der Pischelsdorfer Hauptschuldirektor Hans Jandl, der auch als Maler einen Namen hat, sprach sich dezidiert dagegen aus, Hobbykünstler jeglicher Art mit ins Boot zu holen. Eine Meinung, die von Gottfried Ranegger, Mitglied der Künstlergruppe K.U.L.M., voll und ganz geteilt wurde. Ins selbe Horn stieß auch Ausstellungsgestalter Andreas Lehner: "Ein bissl Aquarellieren ist eindeutig zu wenig!"
Jandl verwies zugleich auf die einmalige Chance, der gesamten Region eine nachhaltige neue Identität zu geben. Seine Vision: Die Oststeiermark als lebendiger Kreativpool, der den Kulturtourismus stimuliert.
Christian Schleicher vom Kunst- und Kulturforum Stubenberg plädierte dafür, einen gemeinsamen Weg zu finden, die der heimischen Bevölkerung den oft sperrigen Zugang zur modernen Kunst erleichtert. "Mit einem elitären Kunstbegriff kann man die vorhandenen Berührungsängste bestimmt nicht abbauen", verwehrte sich Schleicher dagegen die Latte zu hoch zu legen.
Rahmenbedingungen
Für Wolfgang Berger, Geschäftsführer vom Oststeirischen Kernland, war die zentrale Frage, welchen Nutzen die regionale Künstlerriege aus dem Vorhaben zieht. "Was bringt's?", wollte er wissen. Die Antwort von Zingerle: "Es sollen sich dadurch die Rahmenbedingungen für die Kunstschaffenden verbessern."
Bei der mehrstündigen Arbeitssitzung hielten nicht alle Teilnehmer bis zum Schluss durch. Hoffentlich kein schlechtes Omen.







