Jede Menge Medaillen am Schopf gepackt
Die "Schopfis" aus dem Steirischen Zirbenland gelten mit 18 WM- und EM-Medaillen als die erfolgreichste Naturbahnrodlerfamilie der Welt.

Foto © GEPA/SujetChristian und Andreas Schopf
Drei Silbermedaillen und eine Bronzemedaille haben die Brüder Andreas und Christian sowie ihr Cousin Thomas Schopf bei der Weltmeisterschaft der Naturbahn-Rodler in Moos (Südtirol) erst vor wenigen Tagen abgeräumt. Ab morgen greifen sie im russischen Jekaterinburg auch noch nach den - rechnerisch möglichen - Weltcup-Gesamtsiegen im Ein- und Doppelsitzerbewerb.
Die Erfolge der Schopf-Dynastie kommen nicht von ungefähr. Auslöser dafür war Engelbert Schopf, Vater und Onkel des Sieger-Trios, dem in den 80er-Jahren seine erfolgreiche Bergrallye-Laufbahn im VW-Käfer zu teuer geworden war. "Ich hab' mir damals eine rasante und leistbare Sportart gesucht und bin beim Naturbahnrodeln gelandet", erinnert sich Schopf senior an seine ersten Fahrten auf der Obdacher Kollergrabenstrecke, wo sich mit intensiver Kurventechnik jetzt auch seine Schützlinge Andreas, Christian und Thomas den letzen Schliff für Russland holten.
Unsterblich. Mit diesem Vorbild vor Augen - "meine Kinder und Neffen sind praktisch auf der Rodelbahn aufgewachsen" - haben sich die jungen Schopfs schon bald als Naturtalente beim Naturbahnrodeln entpuppt, der Weg zum Erfolg war ganz eindeutig vorgezeichnet. "Mit 16 war ich der jüngste Vize-Europameister in der Allgemeinen Klasse", hat Thomas Schopf bereits vor drei Jahren Einsitzergeschichte geschrieben. Und auf dem Doppelsitzer haben sich im Jahr 2001 seine Cousins Andreas und Wolfgang Schopf (Achtung, das ist der dritte Bruder) im Alter von 15 und 16 Jahren in Stein an der Enns als jüngste Rodel-Weltmeister aller Zeiten unsterblich gemacht.
Bruder Christian. "Nach dem Rücktritt von Wolfgang bin ich jetzt mit meinem Bruder Christian auf Erfolgskurs", ist der heute 24-jährige Andreas Schopf erfolgshungrig wie eh und je, wobei sein Vater als Manager und innovativer Schlittenbauer wohl ein unverzichtbarer Bestandteil dieses Erfolges ist.
Siebenmal Gold. Denn der kann sich wirklich sehen lassen: Innerhalb von nur zehn Jahren hat der Schopf-Clan für den SC Obdach sieben Gold- , fünf Silber- und sechs Bronzemedaillen bei Welt- und Europameisterschaften einfahren können. Dazu kommen noch ein Weltcup-Gesamtsieg im Doppelsitzer und unzählige Medaillen bei Meisterschaften aller Art.
Heißes Eisen. Dabei hatten die Schopfs früher noch ein heißes Eisen im Feuer: Sandra Schopf, die wie ihr Bruder Wolfgang ihre Karriere bereits beendet hat, war auch sehr schnell auf der Rodel unterwegs, schrammte aber am internationalen Siegespodest knapp vorbei. Dass die Siegesserie abreißt, ist übrigens nicht zu befürchten, hat Schopf senior doch schon die nächsten Talente aus Obdach unter seinen Fittichen.
Features
Zur Person
Andreas Schopf, 24 Jahre, rodelt seit 16 Jahren Doppelsitzer. Unter anderem Weltmeister 2001, Gesamt-Weltcup-Sieg 2000/01.
Christian Schopf, 20 Jahre, seit 14 Jahren auf dem Doppelsitzer unterwegs. Unter anderem Juniorenweltmeister 2004, Vizeweltmeister 2009.
Thomas Schopf, 19 Jahre, sitzt allein auf der Rodel. Unter anderem Junioren-Weltmeister 2004.









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