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Zuletzt aktualisiert: 05.02.2009 um 08:00 UhrKommentare

Pionier der Flugrettung

Nach 22 Jahren übergab Drago Dacar seine Agenden dem Nachfolger.

Der alte und der neue Leiter des Flugrettungs-Stützpunktes C 12: Drago Dacar und Thomas Raber mit LH Franz Voves

Foto © Sepp ReinprechtDer alte und der neue Leiter des Flugrettungs-Stützpunktes C 12: Drago Dacar und Thomas Raber mit LH Franz Voves

Eigentlich begann alles ganz unspektakulär. Weil sein Vater Techniker war, wollte der in Jugoslawien geborene und in Leoben aufgewachsene Drago Dacar in seiner Pubertät "einfach was ganz anderes machen". Daraus wurde eine spektakuläre Karriere als Herzchirurg und Notarzt der Flugrettung, der der heute 60-Jährige 22 Jahre lang angehörte - zuletzt als ärztlicher Stützpunktleiter beim "Christophorus 12" auf dem Thalerhof.

Form von Nächstenliebe. Die Leidenschaft für die Notfallmedizin hat den Wahlgrazer schon zu Beginn seiner Medizinerkarriere gepackt. "Ich bin gläubiger Katholik. Es ist für mich eine Ausübung von Nächstenliebe, anderen zu helfen." Als Dacar 1973 als so genannter Dienstarzt beim Roten Kreuz begann, steckte die Notfallmedizin noch in den Kinderschuhen. Als sieben Jahre später an der Chirurgischen Universitätsklinik das Notarztsystem für die Stadt Graz eingeführt und 1986 der Rettungshubschrauberdienst gegründet wurde, war der Chirurg an vorderster Front mit dabei. "Wir waren sozusagen Pioniere, die größte Leistung war sicher, die heutigen Standards der Notfallmedizin zu erfinden."

Bei all den Notfällen, die der Universitätsprofessor in den Jahren seiner Tätigkeit gesehen hat, sind ihm einige lebhaft in Erinnerung geblieben. "Vor allem die Kinder sind belastend - und befriedigend, wenn es gut ausgeht." Wie das beinahe ertrunkene Kind in Mureck, das er retten konnte. Oder der mit dem Tod ringende Bub beim Schulbusunglück in Söchau, der wieder gesund wurde.

Doch mit 60 Jahren ist es für den Grazer Zeit, die Geschäfte abzugeben. Sein Stellvertreter Thomas Raber (42), Intensivmediziner an der Uni-Klinik Graz, wurde gestern von Landeshauptmann Franz Voves zum neuen Stützpunktleiter bestellt. "Man muss junges Blut hereinlassen", schmunzelt Dacar. Seine Tätigkeit als Herzspezialist wird er noch fünf Jahre weiterführen.

DANIELE MARCHER

Zur Person

Drago Dacar (60) aus Graz baute das Notarztsystem in der Steiermark von Anfang an mit auf.

Der Universitätsprofessor und anerkannte Herzchirurg (Spezialgebiet: Korrektur angeborener Herzfehler) ist verheiratet und Vater einer Tochter, die jedoch nicht in seine Fußstapfen trat.

Die 31-Jährige unterrichtet in Manhattan. Die letzten Jahre war Dacar ärztlicher Leiter beim ÖAMTC-Stützpunkt Graz.

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