Bankräuber-Brüder schlugen auch in Steiermark zu
Die Bankraub-Brüder, die nach einer Schießerei in Niederösterreich gefasst wurden, vorsorgten mit der Beute ihre Familien in Thailand.

Foto © APA/SujetDie beiden Raubüberfälle in der Steiermark entsprechen ganz dem Muster der Brüder aus Linz
Sie lebten seit Jahren in Thailand. Beide haben dort Familie. Den Lebensunterhalt sicherten sich die Brüder Christian L. (23) und Alexander L. (26) aus Linz durch Banküberfälle in Oberösterreich, Niederösterreich und in der Steiermark. Immer in der Adventzeit kehrten sie zurück nach Österreich. Donnerstag- und Freitagnachmittag schlugen sie zu, immer nach dem selben Muster, immer schwer bewaffnet.
Jedesmal suchten sie sich Banken aus, die sich in nächster Nähe der Autobahn befinden. In der Steiermark sollen sie die Raiffeisenbanken Schemmerlhöhe (Bezirk Graz-Umgebung) und Sebersdorf (Bezirk Hartberg) ausgeraubt haben. Insgesamt dürften sie für 14 Banküberfälle infrage kommen.
Dabei gingen sie mit großer Brutalität vor. Dass sie zum Äußersten entschlossen waren, beweist ihr Vorgehen beim letzten Überfall in Blindenmarkt in Niederösterreich. Dort lieferten sie sich sogar eine Schießerei mit einem Security-Mann. Christian L. erlitt dabei einen Bauchschuss. Als die Brüder wenig später von der Cobra festgenommen wurden, hatten sie zwei Pistolen, eine Maschinenpistole und 300 Schuss Munition im Auto.
Der unverletzte Täter soll bereits mehrere Überfälle zugegeben haben. Wie viel und welche verraten die Raub-Ermittler des Landeskriminalamtes Oberösterreich nicht. Sie wollen erst den Verletzten verhören, bevor sie weitere Details bekannt geben.
Das Muster der Brüder
Die beiden Raubüberfälle in der Steiermark entsprechen ganz dem Muster der Brüder. "Alles passt zusammen", so ein Kriminalist zuversichtlich.
Rekapitulieren wir: Freitag, 5. Dezember 2008, 17.20 Uhr. Ein maskierter und mit einer Pistole bewaffneter Räuber stürmt in die Raiba-Filiale Schemmerlhöhe, springt übers Pult und bedroht die beiden Angestellten mit der Waffe. Er greift selbst in die Kasse. Danach muss die Kassierin den Tresor öffnen. Mit hoher Beute flüchtet der Täter.
Acht Tage später, der 12. Dezember. Wieder ein Freitagnachmittag. Wieder kurz vor Kassenschluss. Um 16.40 Uhr überfällt ein schwer bewaffneter Mann die Raiba in Sebersdorf, in der sich zu diesem Zeitpunkt drei Angestellte und fünf Kunden aufhalten. Einem Kunden, der vor dem Schalter steht, setzt er von hinten eine Pistole an. Dann muss sich dieser - wie alle anderen Anwesenden - auf den Boden legen. Einer Angestellten schlägt der Täter mit der Waffe auf den Hinterkopf und bedroht sie mit dem "Abknallen". Auch diesmal ist die Beute hoch.
Beide Male dürfte der Komplize im Fluchtauto gewartet haben.








