Spezialbeton mischt die Papierindustrie auf
Ein Trio aus dem Pöllauer Tal macht mit Spezialbeton als Innenbeschichtung für eine Maschine der Papierindustrie international Furore. Nun folgt die baldige Serienanfertigung.

Foto © Franz BrugnerKurt, Florian und Friedrich Hoppl (von rechts) gründeten gemeinsam die Firma "FKK Maschinenbau"
Oft führt der Zufall Regie, dass große Dinge ins Rollen kommen. Da stand vor Jahren Friedrich Hoppl, der bei der Grazer Maschinenfabrik Andritz für die Endabnahme neu errichteter Werke für die Papier- und Zellstoffindustrie mit Schwerpunkt China zuständig ist, in der Garage eines Bekannten, wo sein Bruder Kurt, Werkmeister für Bauwesen, einen Industrieestrich aufgebracht hatte. Als der Hausherr mit seinem Traktor einen Kavalierstart mit quietschenden Rädern hinlegte, funkte es bei Hoppl. "Da machte es in meinem Kopf klick", erzählt der gelernte Schweißer. Der Garagenboden zeigte nämlich Null Abrieb trotz der rotierenden Traktorreifen. Vielleicht war ein Spezialbeton des Rätsels Lösung für ein gravierendes Problem in der Papierindustrie.
Die im Altpapier enthaltenen Restbestände an Müll jeglicher Art, speziell Metallteile, sind heraus zu filtern. Diese Arbeit erledigt eine spezielle Maschine, deren Konus durch die dabei frei werdenden Zentrifugalkräfte aber nur eine relativ kurze Lebensdauer hat. "Meist war dieser Bestandteil nach vier Monaten kaputt. Von Keramikverkleidungen bis zu Kunstharzgemischen hat man alles Mögliche versucht. Der Erfolg blieb aber aus", plaudert Hoppl aus der Schule.
Tüftelei
Folglich animierte er seinen Bruder ein möglichst hartes Betongemisch zu entwickeln. Nun begann die Tüftelei. "Da ist es auch passiert, dass der Beton im abgestellten Kübel so rasch hart geworden ist, dass ich den Rührer nicht mehr herausbekommen habe", erinnert sich Kurt Hoppl an die dreijährige Experimentierphase. Dann hatte man die optimale Betonmischung gefunden. Über die Beimischungen hüllt man sich wohlweislich in Schweigen. Friedrich Hoppl: "Wir haben kein Patent angemeldet, weil wir sonst die Zusammensetzung des Betons publik machen müssten. Damit wäre unser Geheimrezept gelüftet."
Der erste nach China im Jahr 2008 ausgelieferte Prototyp des trichterförmigen, aus Nirosta gefertigten Maschinenteils mit dem "Wunderbeton"-Innenleben schlug auf Anhieb ein. "Unser Produkt hat die vierfache Lebensdauer von den vergleichbaren Produkten am Markt. Und das zum selben Preis", schildert Friedrich Hoppl.
Sogleich klopfte die Andritz AG an. Man wollte das Geheimrezept kaufen. Nach einer kurzen Nachdenkphase gab es dazu aber ein kategorisches Nein aus dem Pöllauer Tal. "Da mein Sohn Florian gerade mit seinem FH-Studium der Produktionstechnik fertig geworden war, entschlossen wir uns im Vorjahr zu dritt eine Firma zu gründen", sagt Hoppl. Im März 2010 schlug die Geburtsstunde von FKK Maschinenbau mit Florian Hoppl als Geschäftsführer. Seit Kurzem hat man zusätzlich als zweites betriebliches Standbein eine weitere Firma für Forschung und Entwicklung gegründet.
Vorerst fuhrwerkt man noch in Nachtschichten und an den Wochenende zu Hause in einer alten Gerätescheune. Da aber die Nachfrage nach diesen Hartverschleißauskleidungen regelrecht explodiert ist, hat man sich entschlossen noch heuer eine 700.000 Euro-Investition in ein Bürogebäude mit Werkshalle im Gewerbepark in Schönegg zu tätigen.








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