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Zuletzt aktualisiert: 14.06.2012 um 20:45 UhrKommentare

Asylbescheid reißt Familie auseinander

Die Familie Spahija hofft auf humanitäres Aufenthaltsrecht in Österreich. Er Kosovare, sie Ukrainerin, hatte das Ehepaar durch Krieg und Vorurteile bereits viel hinzunehmen.

Die Familie Spahija würde bei einer Abschiebung getrennt - nun hofft man auf humanitäres Bleiberecht

Foto © HoferDie Familie Spahija würde bei einer Abschiebung getrennt - nun hofft man auf humanitäres Bleiberecht

Bereits einmal erlebte die kosovarisch-ukrainische Familie Spahija eine Trennung durch äußere Umstände. Damals, im Jahr 1998, das Paar war gerade zwei Jahre verheiratet und erwartete sein erstes Kind, flüchtete Vladislava Spahija vor dem Kosovokrieg in ihr Heimatland Ukraine. "Gut ein Jahr hatten wir keinen Kontakt. Ich wusste nicht einmal, ob mein Mann noch lebt oder unsere Tochter Naxhie ihren Vater einmal sehen würde", schildert Vladislava Spahija.

Erst als Sherif Spahija nach Mazedonien geflüchtet war, konnte er seiner Frau ein Lebenszeichen zukommen lassen. "Unser Haus im Kosovo war abgebrannt", erzählt er. Vladislava Spahija entschloss sich dennoch zur Rückkehr zu ihrem Mann. Doch die Ressentiments gegen die Ukrainerin waren im Kosovo groß. "Russen und Ukrainern wurde vorgeworfen, Sympathisanten der Serben zu sein", sagt Vladislava Spahija. "Auf der Straße habe ich mit meiner Frau nur Deutsch gesprochen, damit niemand hinter ihre Herkunft kommt", erzählt ihr Ehemann. Doch jene, die es wussten, setzten ihn unter Druck. Sogar Schutzgeld wurde erpresst. Als er die Polizei um Hilfe bat, sei ihm einfach geraten worden, auszureisen. Spahija: "Die haben gesagt: ,Verschwindet. Ihr seid hier nicht sicher.'"

Doch wohin? Die Ukraine erkennt den Kosovo als Staat nicht an, Sherif Spahija konnte und kann als kosovarischer Staatsbürger nicht in das Heimatland seiner Frau einreisen. Also entschied man sich Ende 2009 zur Flucht nach Österreich.

Voll integriert

Zuerst kam die Familie in eine Unterkunft nach Schäffern, danach ging es in die Nähe von Mürzzuschlag. Dort integrierten sich die Spahijas über die Jahre bereits ganz gut. "Freundlich und hilfsbereit" fällt einer Frau aus Hönigsberg, deren Töchter gemeinsam mit Kindern der Familie Spahija in die Schule gegangen sind, als Beschreibung ein: "Ich verstehe nicht, dass dieser fleißigen und voll integrierten Familie die Abschiebung droht."

Vor drei Monaten kam die Familie Spahija in eine Pension nach St. Johann in der Haide im Bezirk Hartberg. Vor wenigen Wochen dann der negative Asylbescheid in zweiter Instanz, gegen den es keine Rechtsmittel mehr gibt. Würde das Paar mit seinen vier Kindern im Alter zwischen zwei und 13 Jahren nicht freiwillig ausreisen, käme es zur Abschiebung - in die Länder, deren Staatsbürgerschaft die Familienmitglieder haben.

Also Naxhie, Melinda und der kleine Darian mit Mutter Vladislava Spahija in die Ukraine, Vater Sherif Spahija mit dem achtjährigen Denis in den Kosovo. Letzte Hoffnung ist humanitäres Aufenthaltsrecht in Österreich: "Wir wollen nur einen Ort, wo wir gemeinsam leben können."

HARALD HOFER

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