"Es ist ganz normal, dass man hilft!"
Jochen Geier (neun Jahre alt) leistete nach dem Unfall seines Vaters Erste Hilfe.

Foto © Erwin ScheriauNach dem Unfall seines Vaters handelte der Volksschüler Jochen wie ein Großer
"Das weiß doch jeder, 144 natürlich!", beantwortet der neunjährige Jochen Geier wie aus der Pistole geschossen die Frage nach der Rettungs-Notrufnummer in Österreich. "Und die Feuerwehr hat 122, und die Polizei 133," das weiß er als Kinderpolizist "natürlich" auch.
Aufgepasst. Dass der Neunjährige aus St. Jakob im Walde (Bezirk Hartberg) beim Besuch der Polizei in der Volksschule richtig gut aufgepasst hat, hat er Montagvormittag bewiesen. "Der Papa hat ein Ventil am Bagger repariert und ich bin daneben gestanden, weil ich ihm das Werkzeug gegeben habe. Aber es ist nicht aufgegangen und dann hat der Papa so herumgerissen", erzählt Jochen.
Schwere Verletzungen. Wie berichtet, rutschte sein Vater - der auf einer Leiter stand - aus und fiel aus zwei Metern in die Tiefe. Die Leiter landete auf ihm, schwere Verletzungen waren die Folge. Jochen handelte geistesgegenwärtig: "Ich hab zuerst die Leiter weggehoben, damit der Papa Luft kriegt und dann bin ich sofort losgelaufen und habe Hilfe geholt." So konnte Franz Geier schnell ins Landeskrankenhaus Hartberg eingeliefert werden.
Bastler. Für Jochen war das ganz selbstverständlich und er ist erstaunt, wegen dieses Vorfalls in die Zeitung zu kommen. "Es ist doch ganz normal, dass man hilft", so der Volksschüler, den der Unfall des Vaters nicht von seinem zukünftigen Berufswunsch abbringen kann. "Ich will Landmaschinenmechaniker werden", ist er sich sicher. Und das Schrauben übt er schon jetzt ganz fleißig. Seit zwei Jahren ist er stolzer Besitzer eines Gokarts und nutzt jede Gelegenheit, um daran zu basteln und sich danach mit seinem Freund beim Seifenkistenrennen zu messen.
Helferlein. Doch auch die Arbeit macht ihm Spaß. So hilft er beispielsweise in der familiären Gaststätte beim Serviettenfalten oder Tischdecken. "Aber lieber helf' ich dem Papa beim Holzarbeiten", meint Jochen und hofft, das auch möglichst bald wieder tun zu können.







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