Radio an der Kippe
Nächste Woche könnten die Gemeinden Radio Hartberg abdrehen. Grund sind die Kosten.
Wenn sich die Bürgermeister demnächst zur Generalversammlung des Entwicklungsförderungsverbandes (EV) treffen, steht Heikles auf der Agenda: Die Ortschefs entscheiden, ob sie Radio Hartberg auch 2011 finanzieren wollen. Das Nachrichtenportal kostet zwei Euro pro Einwohner, es geht damit um knapp 135.000 Euro. Angesichts karger Budgets ist das einigen Bürgermeistern zu teuer.
Zumal die Vorgabe bei der Gründung 2007, das Projekt müsse nach dem dritten Jahr auf wirtschaftlich eigenen Beinen stehen, klar verfehlt wurde. Mehr als 10.000 Euro werden nicht erwirtschaftet, sagt Pöllaubergs Bürgermeister Johann Weiglhofer. Das Radio hängt daher unverändert am Tropf der Kommunen. Rohrbach hat sich bereits ausgeklinkt.
Er habe sich stets für das Angebot eingesetzt, sagt Weiglhofer, wenn es sich aber nicht selbst trage, sei es schwierig. Ähnlich argumentiert Neudaus Ortschef Wolfgang Dolesch: Bessere sich die Erlössituation nicht, werde man kaum fortsetzen können. "Ich will aber alle Zahlen sehen."
Finanziellen Polster hat das Radio mit seinen drei Angestellten keinen. Unter zwei Euro sei das Programm schlicht nicht zu machen, heißt es dort. Zusätzlich verschärft die Lage, dass Ende nächsten Jahres auch Förderungen von anderen Stellen auslaufen. Derzeit finde eine intensive Debatte statt, "um jeden Preis" werde man nicht weitermachen, sagt EV-Obmann Franz Riebenbauer. "Wir haben erwartet, dass sich das Radio wenigstens zum Teil finanziert."
Das Redaktionsteam kämpft verbissen ums Überleben. Chefredakteur Ferdinand Zisser will sein Angebot nicht auf die Kosten reduziert wissen. "Wir sind kein Medium zum Selbstzweck, sondern ein Werkzeug der Regionalentwicklung", predigt er. Und die gebe es nun einmal nicht zum Nulltarif. Den Bürgermeistern will er ein Konzept zur Neupositionierung vorlegen. "Wir werden sehen, ob das getragen wird."







