Tierschutz-Aktivisten stoppten angeblich illegale Fasanen-Jagd
Polizeieinsatz, Wortgefechte und Anzeigenflut: Tierschutz-Aktivisten stoppten eine angeblich illegale Fasanen-Jagd in der Südoststeiermark. Jetzt ermittelt die BH-Feldbach.
Es hätte eine feine Jagd-Partie werden sollen. In einem Wald in der Nähe von Rohr an der Raab (Bezirk Feldbach) trafen sich am Dienstag 35 Jäger in den Morgenstunden. Fasane, Rebhühner und Hasen standen auf der Abschuss-Liste. Doch stattdessen kam die Polizei. Und eine Handvoll Tierschützer. Es wurde geschimpft, viel fotografiert und - angezeigt. Der deftige Vorwurf: Die Jagd sei illegal gewesen.
Jagdtermin. Bis zu vier Wochen vor dem Jagdtermin müssen Fasane in freier Wildbahn ausgesetzt werden. In dieser Zeit werden die Tiere stark genug, um fliegen zu können. "Wir haben allerdings Bild-Material, das belegt, dass die Tiere noch bis Sonntag in Volieren festgehalten wurden", ärgert sich Nikolaus Kulmer vom Verein "Tier-WeGe". Die Tiere hätten keine Chance gehabt, die Jäger gegen das Gesetz verstoßen. "Vier Pfoten"-Tierschützer Jürgen Faulmann setzt nach: "Nicht nur, dass hier Massentierhaltung für ein Jagdvergnügen herhalten muss, es wird geraucht und die Kippen landen im Wald und es wurde ein Naturschutzgebiet mit Bleischrot bejagt."
Ehrensache. Die Jägerschaft ist entrüstet. Jagdleiter Bruno Pregartner musste die Jagd abbrechen. "Ich bin seit 48 Jahren Jäger, aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Die Leute sind viel zu nah ins Schussfeld." Er konnte deshalb die Sicherheit nicht mehr garantieren. Zu den Vorwürfen sagt er: "Die Tiere wurden fristgerecht rausgelassen, die Käfige hat man aber offen gelassen, damit sie was zum Fressen haben. Es könnte sein, dass ein Tier ausgerechnet zum Zeitpunkt der Fotoaufnahmen drinnen war." Und: "Was ein Jäger sagt, ist Ehrensache."
Gutachten. Die Jagd ist mittlerweile auch Sache der Bezirkshauptmannschaft Feldbach. Dort wartet Jagdreferent Alois Maier auf ein jagdfachliches Gutachten. "In einigen Tagen weiß ich mehr", hofft er. Inzwischen schwappt das Jagdfieber aber über. Auch der Aktive Tierschutz kündigt eine Strafanzeige an. Die Jäger ihrerseits drohen mit einer Besitzstörungsklage.








