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    Zuletzt aktualisiert: 10.11.2010 um 20:16 UhrKommentare

    Ein Bildstock auf Wanderschaft

    Der Bildstock auf dem Hauptplatz von Pöllauberg könnte sich bald verabschieden. Er soll wieder an seinem ursprünglichen Standort am Pilgerweg in Goldsberg aufgestellt werden.

    Vor Jahrzehnten ließ der mittlerweile verstorbene Pöllauberger Pfarrer August Fink einen der fünf barocken Bildstöcke der Rosenkranz-Bruderschaft entlang des Pilgerweges vom Tal zur Wallfahrerkirche Pöllauberg auf den dortigen Hauptplatz verpflanzen. Als Kritiker trat damals der pensionierte Bankdirektor Helmut Kupferschmid auf. Er prangerte die Umsiedelung als kulturgeschichtliche Sünde an. Fink habe argumentiert, erinnert sich Kupferschmid, dass das aus dem Ortsteil Goldsberg entfernte Sandstein-Monument beim Zugang zur Wallfahrtskirche besser zur Geltung komme. Dem kann Kupferschmid nicht beipflichten. "Dadurch wurde der Bildstock zur Dekoration. Es wurde ihm die eigentliche tiefere Bedeutung genommen."

    Seit Jahren startete Kupferschmid immer wieder erfolglos Anläufe, den Bildstock nach Goldsberg zurückzuholen. Im Pöllauberger Pfarrer Roger Ibounigg scheint Kupferschmid nun einen Verbündeten gefunden zu haben. Ibounigg steht Kupferschmids Ansinnen sehr positiv gegenüber. "Ich würde die Wiederherstellung des jahrhundertealten Pilgerweges in seiner ursprünglichen Form sehr begrüßen", lässt der Geistliche wissen. Ins selbe Horn stößt der Historiker Franz Lang aus Hirnsdorf. "Jetzt steht der Bildstock vollkommen isoliert da. Je früher er an seinen ursprünglichen Platz zurückkommt, desto besser."

    Nun müsse man mit dem betroffenen Grundstücksbesitzer reden und den ehemaligen Standort finden, meint Kupferschmid. "Ich kann mich nur mehr vage erinnern, wo der Bildstock gestanden ist. Es war am Waldrand mit freiem Blick zur Wallfahrtskirche."

    Kosten

    Bedenken hat Ibounigg allerdings wegen der Kosten. "Es gilt zu klären, ob der Bildstock in Einzelteile zerlegt werden müsste oder als ganzes Stück transportiert werden könnte. Das ist entscheidend für die Kosten." Die Pfarre alleine könne das unmöglich finanzieren.

    Diese Sorge zerstreut der Pöllauberger Bürgermeister Johann Weiglhofer, der Kupferschmid bereits seine volle Unterstützung für die Schließung der Pilgerweg-Lücke zugesagt hat. "Transport und Wiederaufstellung übernimmt selbstverständlich unsere Gemeinde."

    Demnach könnte also in absehbarer Zeit von allen Beteiligten in die Hände gespuckt werden.

    FRANZ BRUGNER

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