Naturpark muss sparen
Attraktivierung des Hirschbirnwegs im Naturpark Pöllauer Tal muss wegen Sparkurs des Landes gestrichen werden. Projekt für Streuobst geht weiter.
Mehr als 180 Kilometer Wanderwege samt Tafeln, Brücken und Bänken müssen im Naturpark Pöllauer Tal in Schuss gehalten werden. Darüber hinaus stehen Projekte wie die Attraktivierung des Hirschbirnweges an, die die Parkführung gerne umsetzen möchte - allein: Mit dem vom Land verordneten Sparbudget hüpfe man nicht weit, seufzt Naturparkobmann Franz Grabenhofer. Wie berichtet, wurde die Basisfinanzierung der sieben steirischen Naturparks gestrichen und durch eine gedeckelte projektbezogene Abrechnung ersetzt. Die Instandhaltung schlage sich trotz Eigenleistung durch zwei Parkarbeiter mit 100.000 Euro pro Jahr nieder und fresse quasi das gesamte Budget auf, rechnet Grabenhofer vor. Folge: Das Hirschbirnprojekt musste gestrichen werden. "Mit den derzeitigen Mitteln ist die Umsetzung undenkbar."
Bei anderen Vorhaben, wie der Erneuerung des Naturkraftparks in der Hinterbrühl, versuche man die Eigenleistung weiter auszureizen, billiger einzukaufen und verstärkt bei den Gemeinden des Tales anzuklopfen. Wobei deren Spielraum ebenfalls begrenzt ist.
Alte Sorten
Fortgesetzt wird trotz Sparkurs das Streuobst-Projekt. Um das Verschwinden alter Sorten zu bremsen, werden im ganzen Tal Streuobstbäume gepflanzt. 600 Stück werden es bald sein, finanziert von Park, Gemeinden und Grundbesitzern. Die Bedeutung der Wiese für die Artenvielfalt sei enorm, sagt Grabenhofer.
Damit in Zusammenhang steht ein weiteres Problem: Das Tal verwaldet. War 1930 ein Drittel der Nutzfläche Wald, sind es heute 60 Prozent. "Weil immer mehr Flächen nicht mehr bewirtschaftet werden", erklärt Grabenhofer. Darum sei es ein wichtiges Ziel des Parks, Menschen und Betriebe im Tal zu halten.
Features
FAKTEN
Die steirischen Naturparks haben vier wesentliche Aufgaben:
Sie dienen dem Naturschutz, sie stärken die Erholungsfunktion der Region, sie bemühen sich um Bildung (vor allem durch die Naturparkakademie) und sind in der Regionalentwicklung aktiv.








