Trotz Niederlagen ein Sieg für alle
Geärgert hat sich im Seniorenhaus Menda, trotz mehrerer Partien "Mensch ärgere dich nicht" niemand. Ganz im Gegenteil. Die Freude über den Besuch der Firmlinge war groß.
Drei von vier Kegeln sind bereits im Sicheren, aber der letzte will einfach nicht nach Hause, einmal würfelt Seniorin Elisabeth Nickeleit zu hoch, dann wieder zu niedrig. Eine Runde später steht der Kegel gar nicht mehr da, ihre 13-jährige Spielpartnerin Kerstin Wiesenhofer hat ihn vom "Mensch ärgere dich nicht"-Feld geschmissen. "Das macht nichts", beruhigt Nickeleit und greift nach den Würfeln.
Sie freut sich über den ungewöhnlichen Besuch im Seniorenhaus Menda, eine achtköpfige Firmgruppe aus Pöllau spielt Brettspiele und versucht sich beim Schnapsen gegen die geübten Pensionistinnen. Kein leichtes Unterfangen, wenn die Gegnerin Anna Papst heißt. Firmling Jürgen Saurer hat keine Chance gegen sie, fünf zu null heißt es am Ende. Nach einer halben Stunde reicht es Papst jedoch, ihr Rücken schmerzt, lieber schaut sie den Jungen beim Spielen zu. "Da kann ich mir noch ein paar Tricks abschauen", flüstert sie dem Zivildiener Christian Haider zu, der an ihrer Stelle mit Jürgen und Michael Taschner Karten spielt.
Ungewohnt, aber schön
Die weißhaarige Nickeleit wird noch einmal zum Kind, das Lächeln auf ihrem Gesicht verrät ihre Freude am Treffen mit den Jugendlichen: "Das ist einmal was anderes, die jungen Leute könnten ruhig öfters zum Spielen kommen", dabei schaut sie ihre Spielpartner Kerstin, Philipp Pöttler und Julia Krämer an. Sie haben auch ein gutes Gefühl. "Es ist ungewohnt, aber schön", sagt Kerstin, die auf einer der Gehschulen der Pensionistinnen Platz genommen hat. Die geistige Agilität von Nickeleit überrascht so manche. "Sie hat schneller gezählt als wir", staunt die 14-jährige Julia.
Verzählt hat sich Pensionistin Aloisa Gutmann bei der Seniorenausgabe von "Mensch ärgere dich nicht", bei dem die Kegel so groß sind wie Zündholzschachteln. "Ich helfe Ihnen, da müssen Sie her", sagt Lena Kainer beherzt und stellt den Kegel auf seinen rechtmäßigen Platz. Zweimal gewinnt Gutmann, bei der dritten Partie spielt Pensionistin Anna Grabner ebenfalls mit. "Ich bin rot", wirft sie in die Runde und würfelt gleich drei Sechsen hintereinander. "Sie haben aber ein Würfelglück", freut sich Firmling Christina Mitteregger. Die bunten Kegel schwirren über das Feld aus Holz, so schnell, dass Lena schon mal ausgelassen wird. "Die Frauen wollten immer ohne mich spielen", klagt die 13-Jährige im Nachhinein. Knapp eine Stunde hat der Ausflug der Firmgruppe rund um Betreuerin Carina Krämer ins Altersheim gedauert. Trotz manch verlorener Partie haben danach alle ein Lächeln auf dem Gesicht.








