In die Tonne statt aus dem Fenster
Mitte April startet im ganzen Bezirk Hartberg der große "Frühjahrsputz". Groß und Klein wollen dabei Wiesen, Felder und Bachläufe von hunderten Kilogramm Dosen, Flaschen und Plastikfetzen reinigen.

Foto © Thomas PilchBewusstseinsbildung hat für Alfred Ertl, den Leiter der Berg- und Naturwacht, oberste Priorität
Der Abfall türmt sich neben den Hartberger Straßen. Dort wo vor Kurzem noch Schneehaufen zu sehen waren, liegen nun kiloweise Dosen, Flaschen oder Zigarettenstummel. Bei einem landesweiten Aktionstag am 17. April - er steht unter dem Motto "Stop Littering - Wirf Deinen Dreck nicht einfach weg!" - soll dieser Missstand behoben werden. "Dabei geht es ums Saubermachen, aber auch um Bewusstseinsbildung", meint Alfred Ertl, Bezirksleiter der Berg- und Naturwacht sowie Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsverbandes Hartberg. So beteiligen sich auch etliche Volksschulen aus dem Bezirk an dem Projekt. Ertl ist froh darüber: "Die Kinder erziehen auch ihre Eltern."
Der Handlungsbedarf ist nach Einschätzung des Abfallexperten nach wie vor hoch. "Eine Dose oder eine Flasche aus dem Auto zu werfen, bedeutet für viele Jugendliche Freiheit", sinniert er. Allein entlang der Strecke zwischen Pinggau und Hartberg würden pro Woche 500 Kilogramm (!) Müll gesammelt. Hier gehe es einfach darum, den jungen Menschen klar zu machen, dass man damit in Wahrheit die Umwelt verschmutze. So haben etwa Aludosen eine Lebensdauer von bis zu 500 Jahren, Plastikflaschen von bis zu 300 Jahren, Tetrapackungen von bis zu 50 Jahren sowie Zigarettenstummel und Kaugummi von bis zu fünf Jahren.
Laut Abfallexperten gebe es außerdem eine Bevölkerungsschicht, für die Umweltschutz zweitrangig sei: "Diese Menschen werfen auch Zigarettenstummel aus dem Fenster. Doch wir kommen einfach nicht an sie heran." Doch noch etwas anderes stößt ihm sauer auf: Trotz der Möglichkeit, Kleingeräte gratis bei den Abfallsammelzentren abgeben zu können, würden viele Staubsauger oder Mixer im Restmüll landen.
Um des Problems Herr zu werden, denkt Ertl auch laut über eine Erhöhung der Strafen nach. "Es entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden, den die öffentliche Hand auf Dauer nicht finanzieren kann." In Staaten wie Singapur oder Hongkong würden schon jetzt hohe Strafen für das Verunreinigen der Umwelt eingehoben. Auf der anderen Seite will er auch die Kennzeichnung in den Abfallsammelzentren noch verbessern.
Als Bezirksleiter der Berg- und Naturwacht ist er auch immer wieder in den Bergen unterwegs. Dort sei vor allem der Aktionsradius das Problem. Immer wieder würden sich unter Steinen oder in alten Baumstrümpfen Flaschen oder Dosen finden.
Features
DER GROSSE STEIRISCHE FRÜHJAHRSPUTZ
Unter dem Motto "Stop Littering - Wirf Deinen Dreck nicht einfach weg" reinigen vom 12. bis 17. April hunderte Freiwillige - darunter auch unzählige Schulkinder - die Landschaft in der gesamten Steiermark von Dosen, Sackerln und Plastikflaschen. Unterwegs werden die Helfer vor vor allem in Grün- und Erholungsanlagen, auf Wiesen, in Wäldern sowie entlang von Bachläufen sein.
Infos und Anmeldung unter www.saubere.steiermark.at.
Die originellsten Bilder, interessantesten Erlebnisse und besten Storys werden übrigens prämiert und auf der Homepage des Landes präsentiert.
Falls man privat Hand anlegen will, erhält man bei bei den Gemeindeämtern oder beim Abfallwirtschaftsverband einen Gratis-Müllsack.
Am 17. April findet in auch in einigen Hartberger Altstoffsammelzentren ein "Tag der Offenen Tür" statt.







