Nach Wahlschlappe: Wo die Roten noch siegen
Die Partei schwächelt bei Wahlen - ihre Gewerkschafter siegen bei Betriebsratswahlen.
Die Gewerkschaftsfraktion der SPÖ (FSG) hat ihre Aufarbeitung der jüngsten roten Wahlschlappen abgeschlossen. Mit Stolz weist Klaus Zenz, FSG-Vorsitzender im steirischen ÖGB, darauf hin, dass es auch in Zeiten wie diesen keine "Automatik" für Verluste der Sozialdemokratie gebe. Bei den ÖBB-Betriebsratswahlen erreichte die FSG zuletzt ergreifende 92 Prozent. Das ist so viel, wie die Fraktion vor Jahresfrist auch bei der Voestalpine Donawitz geschafft hatte. Ganz aktuell fuhren die roten Gewerkschafter in der Therme Loipersdorf mehr als 80 Prozent ein und bei einer Privatklinik in Graz 68 Prozent. Auch das kleine Minus bei der jüngsten AK-Wahl in der Steiermark wertet die Fraktion angesichts anderer SPÖ-Ergebnisse als positiv.
Die Gewerkschafter seien also durchaus erfolgreich, wenn sie antreten, analysiert Josef Gritz, Betriebsratsvorsitzender der Voestalpine Donawitz. Es müsse also an der Partei liegen, wenn es bei Wahlen hapert, ätzt er in Richtung SPÖ-Chef Franz Voves.
Auch ÖGB-Vorsitzender Horst Schachner kann bestätigen, dass "rote" Listen bei Betriebsratswahlen entgegen dem allgemeinen SPÖ-Trend zulegen könnten. Wenn das auch mit Wahlen etwa ins EU-Parlament nicht ganz vergleichbar ist, tut der Trend den roten Gewerkschaftern doch gut. Der Politologe Klaus Poier bestätigt das Phänomen der roten Siege in den Betrieben.








