Stradivariklänge fluten die Kirche von St. Ilgen
Lafnitz steht im September ein kulturelles Großereignis ins Haus. "Pro Cultura Lafnitz" veranstaltet ein dreitägiges Kammermusikfestival.

Foto © Brugner
Rudolf Wilfinger, Obmann von "Pro Cultura Lafnitz", setzt heuer einen musikalischen Paukenschlag. Mit großem Fleiß und der nötigen Portion Hartnäckigkeit ist es dem Kulturmacher gelungen, die stets exzellente Menükarte seines kulturellen Jahresprogramms um ein wahres Gustostück zu bereichern. Vom 11. bis 13. September wird die Barockkirche St. Ilgen Schauplatz des hochkarätig besetzten Klassik-Festivals "Kontrapunkte Lafnitz" sein, das die künstlerische Handschrift des Wiener Stargeigers Christian Altenburger tragen wird.
Schirmer winkte ab. Die Idee ein solches Festival in die Oststeiermark zu holen, hatte Wilfinger schon länger. Im Visier für dessen Intendanz hatte er ursprünglich den Grazer Weltklasse-Pianisten Markus Schirmer, der bereits zweimal in St. Ilgen konzertierte. Doch dieser winkte ab. Das Organisatorische war nicht dessen Sache. Schirmer gab Wilfinger aber den Tipp, bei Altenburger anzuklopfen und ihm seine Vision schmackhaft zu machen. Der viel beschäftigte, international reüssierende Musiker, von der landschaftlichen wie architektonischen Einmaligkeit des Schauplatzes angetan, ließ sich nicht lange bitten. Per Handschlag wurde die Übereinkunft zwischen Altenburger und Wilfinger besiegelt.
Musikfestspiele. Altenburger, seit Jahren mit der Intendanz der Musikfestspiele "Schwäbischer Frühling" in Oberschwaben und dem renommierten Musikfestival "Loisiarte" im Weinviertel betraut, freut sich bereits auf seine Aufgabe. "St. Ilgen hat viel Potenzial, sich über die Jahre als kleines, feines Festival mit hohem Qualitätsanspruch zu etablieren", malt Altenburger ein rosiges Zukunftsbild. Trotz seiner beruflichen Mehrfachbelastung - Altenburger ist ein viel gefragter Solist, Kammermusiker, Festspielintendant und Hochschulprofessor - hat er die von Wilfinger an ihn heran getragene Aufgabe gerne geschultert. "Es ist für mich sehr reizvoll, ein Programmkonzept auszudenken. Dafür muss ich mich nicht eigens hinsetzen und mir den Kopf zerbrechen. Über die Jahre habe ich viel in meinen inneren Laden abgelegt. Wenn ich das Entsprechende brauche, kann ich darauf zurückgreifen", meint Altenburger. Außerdem ist er vielen Kammermusikpartnern freundschaftlich verbunden, bei denen ein Anruf genügt, um sie an Bord für ein gemeinsames Vorhaben wie das in St. Ilgen zu holen.
Tragende Säulen. Das detaillierte Programm sowie die jeweilige personelle Besetzung für Lafnitz stehen bereits fest. Die zwei tragenden musikalischen Säulen werden dabei Joseph Haydn und Felix Mendelssohn Bartholdy sein. Zeitgenössische Werke von lebenden Komponisten sind darunter keine zu finden. Die einfache Erklärung dafür kommt aus dem Mund von Wilfinger: "Ich fürchte mich vor der zeitgenössischen klassischen Musik, weil es hier bei uns nicht das entsprechende Publikumsverständnis dafür gibt."
Klangerlebnis . Der Name Altenburger ist seit dem Diebstahl seiner Stradivari vor zwei Jahren aus dem Tresor seiner Wiener Wohnung einem breiten Publikum bekannt. Glückliche Umstände führten zur raschen Aufklärung des Deliktes. Die Festivalbesucher von St. Ilgen dürfen sich freuen. "Ich werde dort auf meiner Stradivari spielen", verspricht Altenburger ein besonderes Klangerlebnis.








