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Zuletzt aktualisiert: 22.04.2010 um 23:31 UhrKommentare

Musterregion Kaindorf schwärmt aus nach Europa

Vertreter der Ökoregion Kaindorf machten bei EU-Regionalkommissar Johannes Hahn in Brüssel ordentlich Werbung für die Pläne der Region.

Die Ökoregion Kaindorf schwärmt aus nach Europa: Rainer Dunst und Karl Schirnhofer durften Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer als Vertreter einer "steirischen Musterregion" nach Brüssel zu EU-Regional-Kommissar Johannes Hahn begleiten. So konnten sie den Mann, der EU-weit die Regionenförderungen verteilt, persönlich über die Klimaschutz-Projekte der Ökoregion informieren.

Besonders angetan sei der EU-Kommissar vom Humusprojekt der Ökoregion gewesen. Auf rund 100 Hektar Ackerfläche der Region wurde, wie berichtet, bereits gezielt Humus aufgebracht. "So können ausgelaugte Ackerböden reanimiert und gleichzeitig enorme Mengen an CO2 aus der Luft gespeichert werden", erklärt Dunst. Was die Bauern der Luft auf diese Weise an Schadstoffen ersparen, verkaufen sie über Klimaschutz-Zertifikate an Betriebe in der Region.

In nur zwei Jahren konnten auf allein drei Hektar Fläche 274 Tonnen CO2 abgebaut werden. Würde man auf allen landwirtschaftlich genutzten Flächen Österreichs den Humusanteil auf 0,1 Prozent erhöhen, könnte man den CO2-Ausstoß um 10 Prozent senken - und das österreichische Kyotoziel wäre erreicht, so Dunst.

Querelen beigelegt

Noch immer ist allerdings unklar, ob der höhere Nitratwert des Humus das Grundwasser gefährden kann. "Unsere Experten haben klar deklariert, dass das nicht so ist", sagt Dunst. Doch das Gesetz sagt (noch) etwas anderes.

Die anfänglichen Querelen zwischen Ökoregion und Land, die bis zur Selbstanzeige der Ökoregion geführt haben, um auf die Problematik aufmerksam zu machen, seien mittlerweile aber beigelegt, so Dunst. "Die Wasserrechtsabteilung des Landes ist äußerst kooperativ, wir arbeiten aktiv an einer Lösung", sagt er.

Das Ziel der Region sei es auf jeden Fall, das Projekt bei wasserrechtlicher Deckung österreichweit und in weiterer Folge vielleicht sogar EU-weit zu etablieren. Dann würden künftig nicht nur einzelne Vertreter, sondern ganze Ideen der Ökoregion von Kaindorf nach Europa ausschwärmen.

SONJA SCHREI

ZEMENT UND SACKERL

Die Ökoregion Kaindorf gibt es seit drei Jahren. Viele Projekte wurden bereits umgesetzt.

Klimaschutz-Projekte, die heuer noch starten sollen, sind unter anderem die CO2-neutrale Errichtung zweier Gebäude mit Zement, der mit Elefantengras vermengt ist oder der gänzliche Verzicht auf Plastiksackerl in allen Geschäften der Region.

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