Österreichs jüngster Autbahnmeister
Ralf Lafer ist mit 23 Jahren der jüngste Autobahnmeister Österreichs. Der junge Ilzer sorgt dafür, dass der Verkehr auch bei Glatteis und Schnee fließt. Wenn die Arbeit endet, geht er in die Schule.

Foto © Benedikt NarodoslawskyRalf Lafer
Mit fünf Jahren, da wollte Ralf Lafer aus Ilz Polizist werden. Aus dem Kindheitswunsch wurde nichts. Aus Lafer wurde der jüngste Autobahnmeister Österreichs, der Mitarbeiter einteilt, die theoretisch seine Großeltern sein könnten. "Koordinieren, planen und budgetieren - das hat mir schon immer gut gefallen", sagt Lafer zufrieden.
Feuerprobe. Die Karriere des jungen Ilzers verlief für Autobahnmeister wohl wenig typisch, denn sie fing in einem Fürstenfelder Sportgeschäft an. Der Ilzer wurde zum Einzelhandelskaufmann ausgebildet und weil ihm das nicht reichte, begann er als 17-Jähriger mit der Abendschule in Hartberg. Nach sechs Jahren im Handel und der nachgeholten HAK-Matura in der Tasche orientierte sich der Ilzer im Frühjahr 2006 beruflich neu und reagierte auf ein Stellenangebot der Asfinag. Er bekam den Job, wurde Sachbearbeiter in der Autobahnmeisterei Ilz und vertrat bereits nach einem Dreivierteljahr seinen Chef. Mit 22 Jahren fing er mit der Abend-HTL in Weiz an - "aus privatem Interesse", wie er sagt.
Explosion. Im Sommer 2008 bestand Lafer seine Feuerprobe in der Autobahnmeisterei: Ein Laster transportierte Tier-Innereien für einen ausländischen Kosmetik-Produzenten. In der Sonne fing die Ladung an zu gären und explodierte in der Nacht. Die Autobahn war voller Innereien und musste gesperrt werden. Lafer forderte in dieser Sommernacht einen Schneepflug an, um die stinkenden Tier-Eingeweide zu entfernen. Für die Feinsäuberung war Lafers Team bis in die frühen Morgenstunden mit Zangen und Plastiksäcken unterwegs.
Jüngster Autobahnmeister. Nachdem sein Chef im Herbst 2008 versetzt worden war, leitete Lafer die Ilzer Autobahnmeisterei interimistisch. Seit Jahresbeginn ist er offiziell Österreichs jüngster Autobahnmeister und kümmert sich um 50 Kilometer auf der A2-Süd-Autobahn sowie um zwölf Kilometer Anschlussstellen. Viel Platz für Freizeit bleibt ihm nun nicht mehr, auch am Wochenende steht der Ilzer auf Abruf bereit. Sein gewöhnlicher Tagesablauf: Aufstehen um fünf Uhr, gegen sechs in der Arbeit, um 17 Uhr Dienstschluss, anschließend nach Weiz in die Schule. Meist fällt Lafer gegen 22.30 Uhr ins Bett. "Aber manchmal komme ich auch schon um 21 Uhr heim", erzählt Lafer. Das ist dann aber eher die Ausnahme.
Helden. Aber was macht eigentlich ein Autobahnmeister? Lafer sorgt für die Erhaltung der Straßen und deren Umgebung - vom Raststättenklosett bis zum Vorrang-Geben-Schild. Bei Unfällen oder ähnlichen Ereignissen ist er die zentrale Ansprechperson für Polizei und Feuerwehr und spricht sich mit den Einsatzkräften ab, wann wie wo wie lange gesperrt wird. Außerdem kontrolliert er die Strecke, plant das Budget und organisiert den Fuhrpark. Für diese Aufgaben stehen ihm 23 Angestellte zur Seite. "Meine Mitarbeiter sind die wirklichen Helden. Ohne mein Top-Team wäre ich gar nichts", gibt sich Lafer bescheiden.
Kein Problem. Und wie geht es ihm mit den Angestellten, die kurz vor der Pension stehen und einen Chef haben, der ihr Enkel sein könnte? Laut Lafer gibt es kein Problem: "Der Schmäh passt bei den Jungen und bei den Erfahrenen."
Features
Fakten
Ralf Lafer wurde am 6. April 1985 geboren und wohnt in Ilz.
Sechs Jahre arbeitete er im Handel, seit 1. 1. 2009 leitet Lafer die Autobahnmeisterei in Ilz.
Lafer trägt die Verantwortung über den Streckenabschnitt Lafnitztal/Oberwart bis Gleisdorf West.
Der jüngste Autobahnmeister Österreichs besucht nebenbei die Abend-HTL in Weiz.







