Wirtschaftswachstum oder Krise?
Die Arbeitslosigkeit im Bezirk Hartberg bewegt sich im steirischen Mittelfeld. AMS-Vorstand Johannes Kopf schlüsselte die Lage des Arbeitsmarktes in der Oststeiermark auf.

Foto © Fuchs
Obwohl sich am Horizont dunkle Wolken zusammenzubrauen scheinen und sowohl der deutsche als auch französische Industrieverband bereits einen Hilferuf gestartet haben, weil sie die Wirtschaftslage als kritisch einstufen, scheint Österreich und mit Abstrichen auch der Bezirk Hartberg noch das gelobte Land zu sein. "In Österreich hat man sowohl während der Krise 2009, als auch danach aufs richtige Pferd gesetzt und sich bemüht, Fachkräfte mit allen Mitteln zu behalten", sagt Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS) Österreichs.
Mittlerweile hat Österreich mehr Beschäftigte als vor der Krise, was aber auch damit zu tun hat, dass viele den Wiedereinstieg verzögert haben. So registrierte man im August in Österreich eine Arbeitslosenrate von nur 3,7 Prozent, was die Alpenrepublik im gesamteuropäischen Vergleich zum Spitzenreiter macht. Der Bezirk Hartberg wartete im August mit einer (leicht gestiegenen) Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent auf und liegt somit im steirischen Mittelfeld.
Krise?
Laut den Statistiken für 2012 wird ein weiteres Wirtschaftswachstum in Österreich vorausgesagt, die Studie des AMS prophezeit einen Anstieg von 1,7 Prozent, obwohl viele Betriebe eine Krise aufziehen sehen.
Auf weiteren Statistiken zeigt Kopf, wie beweglich der Arbeitsmarkt ist. Im August waren zu Monatsanfang 35.765 offene Stellen gemeldet, bis Monatsende sanken sie auf 32.141. Allerdings wurden insgesamt 39.100 Stellen vermittelt beziehungsweise einige auch während des Monats frei. Diese Dynamik sei aufrechtzuerhalten, sagt Kopf.
Dramatisch ist der Vergleich der Arbeitslosen nach Bildung. Bei Akademikern sind es bloß 2,4 Prozent, aber von 100 Menschen, die nur einen Pflichtschulabschluss haben, sind schon 18 ohne Job. "Wir beobachten, dass die Arbeit für die Menschen ohne Ausbildung verschwindet", sagt Kropf. Er rät Jugendlichen, nach dem 14. Lebensjahr eine Lehre oder weitere Ausbildung zu machen. Ein wirkliches Problem - das tauchte auch in der Fragerunde nach dem Vortrag auf - sind Weiterbildung und Umschulung. "Die Wenigsten haben die Zeit und das Geld, sich noch umschulen zu lassen. Empfehlenswert wäre hier eine Möglichkeit der Bildung in kleineren Happen", sagt Johannes Kopf.








