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Zuletzt aktualisiert: 15.04.2011 um 20:30 UhrKommentare

Freiwillige räumen das Hartbergerland auf

Im Rahmen der Aktion "steirischer Frühjahrsputz" sind im Bezirk Freiwillige unterwegs, um die Natur vom Müll zu befreien. Seit dem letzten Jahr sind die Müllmengen wieder angestiegen.

In Hartl halfen diese Mädchen und Burschen mit, im Rahmen des steirischen Frühjahrsputzes die Gemeinde vom Müll zu befreien

Foto © PrivatIn Hartl halfen diese Mädchen und Burschen mit, im Rahmen des steirischen Frühjahrsputzes die Gemeinde vom Müll zu befreien

Handschuhe, eine Müllsammelzange, ein rosaroter Müllsack und eine Portion Motivation - insgesamt 4500 Freiwillige sind damit seit Tagen in allen 50 Gemeinden des Bezirks unterwegs, um die Natur vom Müll zu befreien. Heute, Samstag, endet der vierte "steirische Frühjahrsputz".

"Entlang der Gemeindestraßen liegt besonders viel Müll", erzählt Hermann Grassl, Obmann des Abfallwirtschaftsverbandes (AWV) Hartberg. Häufig kämen einem dabei verschiedenste Dosen in die Zange, wie er aus Erfahrung weiß. Sein Kollege Gerhard Kerschbaumer, Umwelt- und Abfallberater im Abfallwirtschaftsverband, erinnert sich sogar an einen benutzten Schwangerschaftstest, den er im Straßengraben gefunden hat. "Vor Jahren haben wir einmal eine Klomuschel im Wald entdeckt und auch ein Fernseher war schon dabei", sagt Grassl, der bereits seit 25 Jahren in Sachen Müllsammeln im Frühjahr in der Natur unterwegs ist.

Unverständlich ist den beiden, dass der Müll heutzutage noch immer in der Natur landet. "Das ist nicht zu verstehen, wo man den Müll doch gratis abgeben kann", meint Kerschbaumer. Grassl fügt hinzu: "Das ist einfach eine Bequemlichkeit und eine Nachlässigkeit."

Weil Bewusstseinsbildung nicht früh genug beginnen kann, beteiligen sich an der Aktion heuer neben Schulen sogar Kindergärten. "Den Kindern macht das Einsammeln Spaß. Wenn sie etwas entdecken, laufen sie schon los, weil jeder der erste sein will", freut sich Kerschbaumer über die Begeisterung der Kleinen. Im vergangenen Jahr habe man den Müll - allein im Bezirk wurden im Rahmen der Aktionswoche 15.000 Kilo gesammelt - zudem gemeinsam mit den Kindern getrennt.

Neben den Kindern, beteiligen sich aber auch zahlreiche Gruppen und Vereine an der Aktion. Erstmals dabei sind in diesem Jahr der Lionsclub, der ÖAMTC sowie McDonald's. Wer bei letzterer Firma heute einen Sack abholt, diesen mit eingesammelten Müll befüllt und ihn dort vor 16 Uhr abgibt, erhält dafür sogar ein kostenloses Menü.

Anstieg

Trotz der vierten landesweiten Aktion und der Miteinbeziehung der Kinder hat die Bewusstseinsbildung scheinbar aber noch nicht überall gefruchtet. "Letztes Jahr hat die Müllmenge in der Natur abgenommen, heuer ist es leider wieder ganz extrem", weiß Kerschbaumer. "Wir sehen nicht, dass es besser wird", bestätigt auch Grassl. Allerdings: "Nur ein ganz geringer Teil der Bevölkerung entsorgt den Müll illegal, am häufigsten entlang der Straße in Waldstücken", sagt der Umwelt- und Abfallberater.

SUSANNE PREISS

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