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Zuletzt aktualisiert: 06.03.2010 um 23:31 UhrKommentare

Wer richtig Müll trennt, kann Geld sparen

Was die Mülltrennung betrifft, zählt Hartberg eindeutig zu den österreichischen Musterschülern. Und das zahlt sich nicht nur für die Umwelt aus, sondern auch für das Konto jedes einzelnen Bürgers.

Die Farbcodes sind überall die gleichen: Rot steht für Papier, Gelb für Plastikverpackung, Blau für Metall und schwarz für Restmüll. Vom Boden- bis zum Neusiedlersee sollten sich unter den Deckeln der einzelnen Tonnen die gleiche Art Abfall finden. Doch da gibt es noch die Müllsünder. Zwölf Prozent des Restmülls besteht laut einer österreichweit durchgeführten Studie aus biogenem Abfall. Tonnenweise landen in der Alpenrepublik Brot, Wurst und Käse - teilweise sogar vor dem Ablaufdatum - in Behältern mit dem Aufdruck "Restmüll".

Hartberg zählt diesbezüglich allerdings zu den rühmlichen Ausnahmen: "Bei uns im Bezirk findet sich in den Restmülltonnen nur ein Prozent Biomüll", berichtet Gerhard Kerschbaumer, Umwelt- und Abfallberater des Hartberger Abfallwirtschaftsverbandes.

Grundlage für diese Werte sind Erhebungen, die jährlich in sechs der insgesamt 50 Gemeinden, die zum Abfallwirtschaftsverband gehören, durchgeführt werden. Das Ergebnis: 70 Prozent des Abfalls in den schwarzen Tonnen sind tatsächlich Restmüll, 29 Prozent sind Altstoffe wie Papier, Glas, Kunststoff oder Metalle und ein Prozent eben Lebensmittel. Besonders bemerkbar machen sich dabei auch die Feiertage. "Im Vorjahr haben wir unsere Analysen kurz nach Ostern durchgeführt. Dabei haben wir immer wieder Osterschinken, Wurst und Süßigkeiten wie Schoko-Osterhasen im Restmüll gefunden", erklärt Kerschbaumer. Vieles davon sei zwar schon abgelaufen gewesen, doch auch noch durchaus Essbares würde sich immer wieder in den Tonnen finden. Bei 40 der insgesamt 4000 Tonnen Restmüll, die im Bezirk Hartberg jährlich produziert werden, handelt es sich um biogenen Abfall.

Die Angebotsfalle

Laut dem Abfallberater sind es vor allem drei Gründe, die dazu führen: Sonderangebote, gestiegene Kaufkraft und Werthaltung. "Viele Kunden nutzen die ,2+1-Gratis-Aktionen'. Meist ist aber genau dieses eine Packerl dann zu viel." Und während man früher einen Löwenanteil des Familieneinkommens für Lebensmittel ausgab, sind es mittlerweile nur noch 15 Prozent. Damit verbunden sei auch die veränderte Einstellung. Während es für die Kriegsgeneration noch undenkbar war, nur ein Stück Brot wegzuwerfen, ist das mittlerweile kein Tabubruch mehr.

Auffällig ist auch der deutliche Unterschied zwischen Stadt und Land. Nicht nur die soziale Kontrolle mindert auf dem Land die Fehlwürfe. Auch die Möglichkeiten, selbst Abfall zu entsorgen. "Viele Menschen haben etwa einen Kompost im Garten." Für Städter gebe es oft keine andere Möglichkeit als Bioabfälle zu entsorgen.

Entsorgung bezahlt

Müll zu trennen ist einerseits umweltfreundlich: "Bei uns in Hartberg gibt es etwa ein Unternehmen, das Papier in Zellulose weiterverarbeitet." Damit könne nicht nur der Wertstoff Papier bestmöglich verwertet werden, auch die CO2-Belastung würde damit gering gehalten. Andererseits ist Mülltrennung auch kostenfreundlich: "Viele Konsumenten wissen nicht, dass sie beim Einkauf schon die Entsorgung mitbezahlt haben", mutmaßt der Abfallberater. Bei Glas- und Plastikverpackungen sowie Dosen seien die Kosten dafür bereits im Einkaufspreis berücksichtigt. Gleiches gelte für E-Geräte wie Waschmaschinen, Kühlschränken, aber auch Föhn und Kaffeemaschinen. "Wenn man dies an der richtigen Stelle entsorgt, entstehen für den Einzelnen keine Zusatzkosten", betont Kerschbaumer.

MONIKA SCHACHNER

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