Hartberg fordert die Bullen heraus
Ob Österreich, Deutschland, England oder Frankreich: Im Cup werden aus Zwergen immer wieder Riesen. Darauf hofft am Dienstag auch Hartberg im Halbfinale gegen Salzburg.

Foto © GEPADavid gegen Goliath oder TSV gegen Salzburg
Das Vorbild heißt Quevilly. Die Mannschaft auf dem Norden Frankreichs spielt in der dritten Liga und hat heuer das Cup-Finale erreicht - nach Siegen gegen Erstligisten wie Rennes und Olympique Marseille. Dort verlor die Mannschaft dann gegen Olympique Lyon knapp mit 0:1. Wenn Lyon noch einen internationalen Startplatz erreicht, würde Quevilly als Drittligist in der Europa League spielen.
Das könnte Hartberg also auch schaffen. Noch sind die Oststeirer zwar in der zweithöchsten Leistungsstufe, sogar Trainer Walter Hörmann spricht aber schon vom Gang in die Regionalliga Mitte. Im Cup will Hörmann Salzburg am Dienstag (18 Uhr, ATV live) ein Bein stellen. Zumal der Bundesligist seit Beginn der Red-Bull-Ära 2005 den Cup noch nie gewonnen hat. Und: dreimal sind die Bullen sogar an unterklassigen Gegnern gescheitert. 2010 war es Blau-Weiß Linz, 2008 und 2005 die Austria Amateure.
Immer wieder mucken im Cup die Kleinen mächtig auf. 2006 scheiterte Sturm schon in der ersten Runde an Landesligist Kalsdorf. In England blamierte sich Newcastle im Vorjahr in der 3. FA-Cup-Runde gegen den Viertligisten Stevenage. In der Schweiz warfen die Hobby-Kicker von Küssnacht am Rigi (vierte Liga) 2005 den FC St. Gallen aus dem Bewerb.
"Zwergenaufstand"
In Deutschland wird die Ausnahme fast zur Regel und kleine Klubs sind Dauergast in den letzten Runden des Pokals. 1992 wurde Hannover als bislang einziger Zweitligist Pokalsieger. Dreimal aber stand bereits ein Drittligist im Finale: 1993 die Hertha Amateure, 1997 Energie Cottbus und 2001 Union Berlin.
Den größten "Zwergenaufstand" veranstaltete aber der SSV Ulm 2001/2002. Der fünftklassige Verein warf den Bundesligisten Nürnberg mit 2:1 aus dem Bewerb - einzigartig in der Geschichte des DFB-Pokals. Auch Champions-League-Finalist Bayern München blieben die Blamagen nicht erspart. Unter Trainer Giovanni Trapattoni verlor der deutsche Rekordmeister 1994 beim Regionalligisten Vestenbergsgreuth mit 0:1. Kommende Saison gibt es ein Wiedersehen. Denn aus Vestenbergsgreuth wurde 1995 die Spielvereinigung Greuther Fürth, die heuer aus der zweiten Liga aufsteigt.
Alles Mutmacher für die Hartberger, die heuer schon Sturm auf der Abschussliste haben und die mit den Bullen bei allen Unterschieden doch eines gemein haben: Beide haben es noch nie bis ins Cupfinale geschafft.
Features
Vorschau auf Mittwoch
Hartberg vollzählig
Hartberg-Trainer Walter Hörmann kann aus dem Vollen schöpfen. "Acht Positionen habe ich im Kopf, nur wer im defensiven Mittelfeld und an den Flügeln spielt, entscheide ich erst am Dienstag." Er hofft darauf, "dass die Salzburger mit dem Kopf schon beim Schlager gegen Rapid sind." Jakob Jantscher zerstört diese Hoffnungen: "Wir haben Respekt und müssen konzentriert dagegen halten."
Rückblick
Noch 1000 Tickets
In Hartberg ist alles klar für ein Volksfest gegen Salzburg. Die Zusatztribünen stehen, an der Abendkasse (ab 15.30 Uhr) gibt es noch etwa 1000 Karten. "Wir rechnen mit einem vollen Haus von 4500 Fans", sagt Klubsekretär Kurt Riedl. Der große Geldregen bleibt aber aus. "Zum einen werden die Einnahmen ja geteilt, zum anderen war die Zusatztribüne auch sehr teuer."







