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    Zuletzt aktualisiert: 28.07.2011 um 06:00 UhrKommentare

    In Heim misshandelt und ausgenutzt: Opfer klagt an

    Ein 61-jähriger Grazer erhebt nach mehr als 40 Jahren schwere Vorwürfe gegen das Landes-Erziehungsheim Hartberg. Kommission prüft.

    Wolfgant T. konnte nach einem Heimaufenthalt nicht mehr Fuß fassen

    Foto © PrivatWolfgant T. konnte nach einem Heimaufenthalt nicht mehr Fuß fassen

    Fünf gescheiterte Ehen, zwei Kinder, mit denen keinen Kontakt besteht, seit vier Jahren ein Sozialfall: Der 61-jährige Wolfgang H. aus Graz macht für sein gescheitertes Leben nicht zuletzt die Behörden verantwortlich. "Ich wurde in Erziehungsheime gesteckt, schikaniert, misshandelt, ausgenutzt."

    Kommission

    Der Fall Wolfgang H. ist einer jener Fälle, die derzeit vom Gewaltschutzzentrum für jene unabhängige Kommission aufbereitet werden, die sich mit verjährten Missbauchs- und Misshandlungsfällen in Landeseinrichtungen beschäftigen soll.

    Insgesamt sind es 13 Fälle, die mittlerweile vom Psychosozialen Dienst des Landes an das Gewaltschutzzentrum übergeben wurden. "Acht weitere Betroffene haben sich direkt bei uns gemeldet", sagt Marina Sorgo, Leiterin der Anlaufstelle. "Wir schauen uns die Unterlagen genau an und beraten die Opfer. Wir helfen ihnen bei ihren Entscheidungen und Forderungen - und wir sorgen für psychische Betreuung." Dann werden die Fälle von jener unabhängigen Kommission geprüft, die kürzlich vom Land Steiermark eingerichtet wurde. Auch der Fall Wolfgang T.

    Nach mehr als 40 Jahren bricht der Grazer sein Schweigen und geht an die Öffentlichkeit. "Wenn auch schon Jahre verstrichen sind - es sollen alle wissen, was mit uns in den Heimen geschehen ist", sagt der Betroffene. "Es war schlimm, was ich dort erlebt habe. Und niemanden hat es bisher interessiert."

    Er erinnert sich an den Tag im Jahr 1970, als er (10) und sein Bruder (8) von einem Mitarbeiter des Jugendamtes und der Polizei abgeführt wurden. "Ich bin auf dem Balkon gestanden, als sie gekommen sind. Im vierten Stock, im 18er-Haus, am Münzgrabengürtel. Wir durften nichts mitnehmen. Uns wurden die Hände zusammengebunden. Wir kamen ins Erziehungsheim Hartberg."

    Dort habe er schon nach zwei Tagen "den nassen Fetzen über die Ohren bekommen", weil er die Stiege nicht richtig geschrubbt habe, sagt der heute 61-Jährige. "Ein anderer Zögling hat mich niedergestochen, ich wurde ins Spital gebracht - es wurde alles vertuscht. Wir mussten in der Landwirtschaft und der Gärtnerei hart arbeiten und bekamen dafür keinen Groschen. Zwei Stück trockenes Brot, einen Apfel und saure Milch, das war unsere Jause. Und jeden Tag erhielten wir von den Erziehern die ,Pflichtohrfeige'. Einmal habe ich aus Angst in die Hose gemacht. Ich musste sie ausziehen und eine Erzieherin rieb sie mir übers Gesicht."

    Später, von 1972 bis 1974, war T. im Caritaskinderheim Steyer-Gleink untergebracht. "Da ist es mir nicht viel besser gegangen." Die Klasnic-Kommission (sie bearbeitet Missbrauchsfälle in kirchlichen Einrichtungen) hat Wolfgang T. als Opfer anerkannt. "5000 Euro habe ich erhalten", sagt der Steirer, der nach seinen Aufenthalten in den Heimen nicht mehr Fuß fassen konnte.

    "Drei Ehen gingen in Brüche, weil ich nicht beziehungsfähig bin. Ich habe keinen Kontakt zu meinen zwei Kindern. Ich bin mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Was mich aber am meisten belastet: Ich weiß bis heute nicht, warum ich ins Heim gekommen bin. Mein Akt ist weg."

    HANS BREITEGGER

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