Madoff: Hartberg klagt
Die Stadt schließt sich der Sammelklage von Advofin gegen die Bank Austria an. Daneben läuft der Zivilprozess gegen einen Ex-Verwalter weiter.

Foto © KLZ DIGITAL/ScheriauDie Stadtgemeinde Hartberg hofft, die Anlageverluste via Sammelklage spürbar eingrenzen zu können
Schmerzliche 560.000 Euro kostete die Stadtgemeinde Hartberg im Vorjahr ihr Investment beim US-Milliardenbetrüger Bernard Madoff (wir berichteten ausführlich) - jetzt möchte sie sich einen Teil des Geldes im Gerichtssaal zurückholen. Die Stadt hängt sich an die vom Prozessfinanzierer Advofin getragene und vorwiegend gegen die Uni-Credit-Bank-Austria-Gruppe gerichtete Sammelklage an. Die Bank hatte die riskanten Fonds seinerzeit vertrieben.
Verlieren kann die Gemeinde nichts - allenfalls einen Teil eines potenziellen Gewinns. Geht der Prozess aus Hartberger Sicht in die Hose, zahlt Advofin die Gerichtskosten. Andernfalls schneidet das Unternehmen je nach Höhe der zugesprochenen Summe bis zu einem Drittel als Honorar mit. "Wir hoffen, die Verluste spürbar eingrenzen zu können", sagt Bürgermeister Karl Pack.
Auf den Geschmack gekommen. Hartberg scheint jedenfalls auf den Geschmack gekommen zu sein. Auch für eine mögliche gerichtliche Aufarbeitung der Karibik-Pleite versucht man Advofin als Partner zu bekommen. "Wir haben angefragt, eine Antwort steht aus", sagt Finanzstadtrat Friedrich Jeitler. Der Prozessfinanzierer hat zuletzt öffentlichkeitswirksam Sammelklagen in den Fällen Immofinanz, Amis, AvW und Meinl auf die Beine gestellt - letzterer hat sich die Gemeinde bereits angeschlossen.
Vor einem Wiener Gericht ist indes der seit Monaten laufende Zivilrechtsprozess der Stadt gegen einen ihrer Ex-Vermögensverwalter bis September vertagt worden. Zuvor waren noch Pack und Anlageberater Wolfgang Kernbichler als Zeugen angehört worden. Ein vereinbarter Vergleich über 850.000 Euro war, wie berichtet, im März geplatzt.
32 Millionen. Der Wert ihrer Veranlagung betreffend, könnte die Gemeinde die Talsohle durchschritten haben. Der Verfall der ehemals 40 Millionen Euro ist bei rund 32 Millionen zum Stillstand gekommen. Man verzeichne sogar wieder zarte Gewinne, sagt Jeitler.







