Milchbotschafterinnen informieren Hartberg
Milchbotschafterinnen informieren im Bezirk Hartberg die Bevölkerung über heimische Qualitätsprodukte. Andere Bezirke überlegen noch.

Foto © APADie Milchbotschafterinnen informieren die Bevölkerung über heimische Produkte
Die Milchpreise sind wieder im Keller und die Lage für viele Milchproduzenten ist auch hierzulande dramatisch. "Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es umso wichtiger nach vorne zu schauen und Wege aus der Preismisere aufzuzeigen", betont Johann Reisinger, Kammerobmann für den Bezirk Hartberg.
Jugend als Sprachrohr. Und da gibt es wohl kaum ein besseres Sprachrohr als die Jugend, "die im Bezirk hochmotiviert ist", wie Reisinger betont. So gibt es neuerdings sechs junge "Milchbotschafterinnen", allesamt Schülerinnen der Fachschule für Land- und Ernährungswirtschaft in Vorau. Sie werden künftig bei Hoffesten und anderen öffentlichen Veranstaltungen die Bevölkerung über heimische Qualitätsprodukte und deren Kennzeichnung informieren.
Auf Herkunftsland achten. "Konsumenten sollen dazu animiert werden, beim Kauf von Milchprodukten nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auch auf Qualität und Herkunftsland zu achten", so Reisinger.
Milchmarkt durchleuchtet.
Die sechs Botschafterinnen stammen selbst aus Milchkuh-haltenden Betrieben, einige wollen sogar den elterlichen Hof übernehmen. "Durch den Betrieb daheim bekommen wir auch so einiges mit und wissen, wo die Probleme liegen und was wichtig ist", berichten die jungen Frauen.
Projektidee. Ins Leben gerufen hat das Projekt Katharina Maierhofer, Lehrerin an der Fachschule und selbst Milchbäuerin. In umfassenden Recherchen hat sie den europäischen Milchmarkt durchleuchtet und die gesammelten Daten und Fakten zusammen mit ihren Schülerinnen in einer spannenden Ausstellung aufbereitet.
"Wissen nicht was drin ist" "Wir stehen oft wie Blinde vor dem Regal und wissen nicht wo, was drin ist", sagt Maierhofer. Vor allem bei der Kennzeichnung der Herkunft und der Inhaltsstoffe bei Milchprodukten gibt es einige Fallen, wie die Expertin betont. Deshalb sei es um so wichtiger, erkennen zu können, was wirklich heimische Qualität ist.
Preis. Ausgerechnet hat Maierhofer auch, wie teuer es den Konsumenten kommt, wäre er bereit, ausschließlich heimische Milchprodukte zu kaufen. "Der durchschnittliche Konsum pro Person und Jahr beträgt 80 Liter. Würde man lediglich auf heimische Molkereiprodukte zurückgreifen, kostet das um 16 Euro mehr im Jahr", so Maierhofer.
Wichtiges Standbein. In den Bezirken Feldbach und Fürstenfeld hat die Zahl der Rinderhalter und Milchproduzenten in den letzten Jahren sukzessive abgenommen. Dennoch ist Milch auch dort für die Landwirtschaftskammer ein Thema, wie der Feldbacher Kammersekretär Hubert Vorraber hervorhebt. "Eine konkrete Ausbildung in dieser Richtung haben wir nicht fixiert. Aber bei Bedarf werden wir darauf zurück greifen. Die Züchter sind unsere Botschafter", so Vorraber. Die Fleckviehzucht ist im Bezirk ein wichtiges Standbein in der Rinderhaltung. Dass es in diesem Bereich sehr leistungsfähige Betriebe gibt, habe die Gebietsrinderschau beim Tag der offenen Tür vergangenen Sonntag in Hatzendorf unter Beweis gestellt, unterstreicht der Kammersekretär. In Relation zur Zahl der Betriebe (etwas mehr als 200 Milchlieferanten haben Feldbach und Radkersburg zusammen noch), hat die Zucht einen hohen Stellenwert. Ähnliches gilt für den Bezirk Fürstenfeld mit knapp 40 Milchlieferanten. Auf zehn von ihnen entfallen zwei Drittel der Liefermenge.Weitere interessante Details zum Thema bietet die Ausstellung, die in der FS Vorau noch bis Schulschluss besichtigt werden kann.
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Fakten
Die sechs Milchbotschafterinnen sind 16 Jahre alt und besuchen die FS für Land- und Ernährungswirtschaft in Vorau:
Helene Kandlbauer, Verena Pichler, Anna Ziegerhofer, Lisa SLauer, Magdalena Dissauer und Judith Hutz werden künftig bei verschiedenen Veranstaltungen und Biofesten als "Milchbeauftragte" vertreten sein.








