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Zuletzt aktualisiert: 22.06.2009 um 06:12 Uhr

SAK-Hartberg: "Verdammt dumm gelaufen"

Schiebung? Das 0:6 des SAK in Hartberg ist jedenfalls wie ein "Brandmal"

Foto © EPA/Montage

Am Besten ist es, sich nicht zu erkennen geben, riet einer. Denn, wenn jemand vom Slowenischen AK - ob Spieler, Trainer oder Funktionär - in den letzten Tagen irgendwo auftrat, staubte es.

Schlagzeilen. Ausgelöst durch ein Resultat, das im im Regionalliga-Finish für Schlagzeilen sorgte: mit dem 0:6 in Hartberg machten die Klagenfurter den Weg für die Steirer zum Meistertitel und Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse frei. Ungewollt oder bewusst - das ist die Frage. Was die Geschichte dramatisch macht: Der GAK, der ehemalige österreichische Meister nach dem Finanzdebakel wieder in der Anflugschneise in den bezahlten Fußball, hatte trotz eines Sieges bei Blau-Weiß Linz das Nachsehen. Mit dem 6:0 gegen den SAK vermochten die Hartberger in der letzten Runde ihre Tordifferenz so zu verbessern, dass sie am Ende vorne waren.

Dolchstoßlegenden. Die Empörung bei den Grazern war groß: Schiebung, Schiebung hallte es über die Pack. War's ein abgekartetes Spiel, hat der SAK die sportliche Fairness über die Seitenlinie geworfen und sich bewusst "abschießen" lassen? Verständlich, dass die GAK-ler enttäuscht sind, mit Dolchstoßlegenden aufwarten und sogar den Staatsanwalt bemühten. SAK-Präsident Marko Wieser ist seit einer Woche vorwiegend damit beschäftigt, den Eindruck, Hartberg auf unsportliche Weise die Rutsche in die 1. Liga gelegt zu haben, zu korrigieren. Einen schlechten Tag hatten die Seinen gehabt - nicht mehr und nicht weniger.

Nötige Ernst. Eines ist ja nicht neu: Immer dann, wenn die Meisterschaft zu Ende geht, gibt es außergewöhnliche Resultate. Nicht, wie viele vermuten, weil fleißig "geschoben" wird, sondern: weil oft der nötige Ernst fehlt. Und nicht an die negativen Folgen für den Fußball gedacht wird. Vor allen jene Mannschaften, die aus dem Schneider sind, weder auf- noch absteigen können, spielen häufig Schicksal. Die, die noch eindeutige Ziele haben, profitieren davon. Sie sollen sich dieses sportliche Labsal auch einiges kosten lassen. Da werden dann altbekannte Horrorgeschichten aufgetischt. Der Mann mit dem Geldkoffer zum Beispiel. Der kommt immer dann ins Bild, wenn entscheidende Spiele anstehen. Beweise, dass es den gibt, sind allerdings fast immer ausgeblieben.

Anhaltspunkte. Man braucht nicht blauäugig sein: Versuche, Spiele zu manipulieren, hat es schon immer gegeben. Dass inzwischen Spieler von Blau-Weiß Linz erzählen, dass sie von GAK-Seite gefragt wurden, ob etwas Zurückhaltung möglich sei, beweist eines: jeder versucht es offenbar, sich irgendwie abzusichern. Nur: Anhaltspunkte für ein manipulatives Verhalten zu liefern, sind schwer. Manipulation, sagt der Duden, sei gezielte und verdeckte Einflussnahme. Davon war der SAK in Hartberg weit entfernt. Dennoch kommt das 0:6 einem "Brandmal" gleich. Mit dem wird er sich abfinden müssen. So wie er das mit den verbalen Gehässigkeiten, mit denen der Klub seit Jahren konfrontiert ist, gemacht hat.


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