Grüne bangen um "grünes" Wahrzeichen
Hartbergs Grüne greifen Umweltreferent Rieger wegen gefällter Pappeln am Gmoos an. Dieser spricht von "Strategie": Jeder Baum werde ersetzt.
Einen politischen Wirbel gibt es in der Stadt Hartberg rund um zehn hohe Pappeln, die die Gemeinde im Bereich des Gmoos fällen hat lassen. Während Umweltreferent Hans Rieger (VP) von notwendigen Sicherheitsmaßnahmen spricht, sind die Grünen empört. Statt die Motorsäge zu starten, sollte Rieger lieber Expertisen einholen, wie man den schädlichen Mistelbefall der Bäume in den Griff kriegen könne. Die nötige Pflege der Riesen fehle seit Jahren, kritisiert Gemeinderätin Isabell Bayer-Lueger, die um die Pappeln als Wahrzeichen der Stadt Hartberg fürchtet. Die Hälfte der Allee beim Gmoos sei bereits gefällt worden. Bevor man weitermache, müsse ein Gutachten einer qualifizierten Firma bestellt werden, verlangt sie. "Rieger handelt oberflächlich und unprofessionell."
Verärgerte Reaktion. Der Umweltreferent reagiert verärgert. Die vor 50 Jahren gepflanzten Schwarzpappeln seien extrem anfällig für Windbruch, herabfallende Äste gefährden Spaziergänger, argumentiert er. "Die Fällung war höchst notwendig." Doch kein Baum müsse ersatzlos weichen. Anstelle der Schwarzpappeln pflanze die Gemeinde widerstandsfähigere Hybridpappeln, beim Bundesschulzentrum habe man den Altbestand bereits ersetzt. "Das ist eine Strategie, die wir seit Jahren verfolgen." Die Kritik der Grünen klassifiziert Rieger als politisch motivierten Angriff. "Jeder weiß, dass mein Herzblut an der Natur hängt." Bayer-Lueger informiere sich leider nicht und habe keine Ahnung.
Baumpflege. Eine Lanze bricht Rieger für das Gärtnerteam der Stadt. Dieses stehe seit Jahren im Kontakt mit einem Wiener Fachbetrieb für Baumpflege und werde überdies demnächst eine Expertise über die im Freibad stehende alte Silberpappel einholen. "Wenn es irgendwie geht, möchte ich diesen Baum erhalten", sagt Rieger.








