Hartberg fürchtet neue Spekulations-Pleite
Wieder erregt die Veranlagung die Stadt: 200.000 Euro schwere Immofinanz-Anleihe ist im Keller.

Foto © Thomas PilchDer Bürgermeister Pack muss mit weiteren Verlusten rechnen.
Mit finanziellem Ungemach hatte das Jahr für die Stadt begonnen, in derselben Weise geht es zu Ende: Nach Pleiten bei MEL, in der Karibik und einem drohenden 560.000-Euro-Verlust in der Madoff-Affäre, gibt es jetzt politische Aufregung um 200.000 Euro, die in der Immofinanz stecken. Die laut Bürgermeister Karl Pack (VP) in der Frühphase der Veranlagung 2006 gezeichnete Wandelanleihe ist im Kurs auf aktuell 40.000 Euro abgestürzt. Würde man jetzt verkaufen, müsste man 160.000 Euro abschreiben. Doch davon will der Bürgermeister nichts wissen: "Das Minus ist buchhalterisch", sagt er. Die Immofinanz habe genug Immobilien, um die Anleihe nach Ende der Laufzeit 2014 auf 100 Prozent zu stellen.
"Tickende Zeitbombe". Die Opposition will Packs Optimismus angesichts der Nachrichten über milliardenschwere Verluste des Unternehmens nicht teilen: "Das ist eine tickende Zeitbombe", klagt SP-Stadträtin Beatrix Narath. Ihm werde angesichts der Zahlen schlecht, sagt FP-Gemeinderat Lutz Pratter. Heinz Damm (Grüne) sieht für die Gemeinde geringe Chancen, unbeschadet auszusteigen. Im Finanzausschuss verständigte man sich laut Pack darauf, die Causa auszusitzen und auf ein Überleben der Immofinanz zu hoffen. Mit einer weiteren, dort unlängst billig gekauften Anleihe konnte man kleine Gewinne erzielen.
Andere Beteiligungen. Die Krise schlägt auch auf andere Beteiligungen der Stadt durch: Buchhalterisch gebe es in jenem Portfolio, in dem die Immofinanz-Anleihe parkt, derzeit ein Minus von 1,8 Millionen Euro, sickerte durch.









