Durmont Hartberg: "Die letzte Chance für den Standort"
Strukturprobleme und die Finanzkrise zwingen die Durmont in Hartberg zu Einsparungen. Aus der Belegschaft kommt Kritik am Management.

Foto © Harald Hofer
Schwierigen Zeiten geht der Hartberger Teppicherzeuger Durmont entgegen. Weil die Autoindustrie als wichtigster Abnehmer die Bänder gestoppt hat, muss die Produktion in Hartberg gedrosselt werden. "Wir kriegen kaum neue Bestellungen", sagt Geschäftsführer Helmut Strohmeier. Die 70 Mitarbeiter spüren das bereits: Vier Angestellte wurden Ende Oktober gekündigt, vier Arbeiter hat man - mit einer Wiedereinstellungsgarantie - nach Hause geschickt. Ob damit das Ende erreicht ist, will Strohmeier nicht sagen.
Ratlos. Jene, die ihre Arbeit verloren haben, sind ratlos. "Ich habe keine Ahnung, wie es weitergehen soll", sagt einer der Gekündigten zur Kleinen Zeitung. Rund um Hartberg sei es schwierig, einen Job zu finden. In der Belegschaft regt sich Kritik, dass langjährige Mitarbeiter einfach auf die Straße gesetzt würden. Da der Betrieb nach dem Konkurs 2006 neu gegründet wurde, sind Kündigungsfristen kurz und neue Abfertigungen gering. Hätte das Management mehr auf Heimtextilien statt auf den Automarkt gesetzt, wäre die Krise weniger schlimm, meint man.
Strohmeier widerspricht: Die Durmont habe Strukturprobleme, die auch ohne Krise gelöst werden müssten. Die Investition in eigene Teppich-Kollektionen habe sich als Sackgasse erwiesen. Man forciere nun Großkunden. "Wir machen keine Gewinne. Das ist die letzte Chance für den Standort." Die Gemeinde, die vor drei Jahren das Betriebsgelände gekauft hatte, ist sich der prekären Lage bewusst. "Wo wir helfen können, tun wir das", verspricht Bürgermeister Karl Pack.
Noch nicht voll erwischt.







