Bauer wurde beraubt: "Diese Falotten!"
Heißer Tipp hat Rumänen in die Oststeiermark gelockt. "Da wohnt ein Bauer mit viel Geld."
Leben tu' ich noch, aber fast wär' ich gestorben. Diese Falotten!", schimpft der 84-jährige Bauer aus der Oststeiermark. Der rüstige Mann wurde heuer im Juni Opfer eines Raubüberfalles. In aller Früh drangen die Täter in sein Haus ein und fielen in der Küche über den betagten Mann her. "Essen kann ich wieder", erzählt er Richter Christoph Lichtenberg im Straflandesgericht Graz, aber beim Holz hacken hab' ich noch Probleme." - "Wie viel Geld hat man Ihnen denn geraubt?" - "Ich glaub', das waren 5000 Euro." Der Richter ist erstaunt: "Bei der Polizei haben Sie zwischen 20.000 und 30.000 Euro gesagt." - "Da hab' ich mich verred't." Die Polizei wollte den Landwirt natürlich ins Spital bringen lassen, aber er wehrte ab. "Nix da. Das heilt von selbst."
Rumänisches Pärchen. Auf der Anklagebank ein rumänisches Pärchen, das in diesen Raubüberfall zumindest verwickelt gewesen sein soll. In Wien hätte man einen heißen Tipp bekommen: In einem kleinen oststeirischen Ort lebe ein Bauer, der viel Geld in seinem Haus aufbewahren soll. Und schon fuhr ein Auto Richtung Südautobahn los.
Unschuld. Ich habe meine Freunde nur nach Hartberg gebracht, was sie dort gemacht haben, weiß ich nicht", betont der Rumäne seine Unschuld. "Mitten in der Nacht?" - "Ja." Er wurde gefragt, ob er diese Fahrt machen wolle, er sagte ja. "Und Sie haben nicht gefragt, was dort geplant ist?" - "Nein." Das wundert den beisitzenden Richter Günter Sprinzel, "wenn mich um zehn Uhr abends jemand fragt, ob ich ihn nach Gigritzpatschen bringen kann, frage ich ihn, ob er einen Vogel hat."
Zwei Jahre Haft. "Was war auf der Rückfahrt?" - "Nichts." - "Nichts geredet?" - "Nein." - "Das ist normal?" - "Ganz normal." Für das Gericht nicht: Er bekommt zwei Jahre unbedingt, nicht rechtskräftig. Sie wird freigesprochen.







