Sein Imker-Wissen nützt jetzt in Afrika
Karl Janisch, Imker aus Auffen, kehrte von seiner zweiten Reise aus dem Südsudan zurück. Im Rahmen eines Hilfsprojekts gibt er dort seine Kenntnis über Bienen und Honig weiter.

Foto © PrivatMaschinen gibt es so gut wie keine. Die Arbeiter müssen alles händisch erledigen. Beispielsweise auch das Graben von Grundfesten
Im Jahr 2008 entdeckte Karl Janisch, Imker aus Auffen (Gemeinde Großhart), in einer Fachzeitschrift eine Annonce, dass Experten gesucht werden, die im Südsudan ihr Wissen über Bienen weitergeben (wir berichteten). Nach kurzem Überlegen stand die Entscheidung fest: Er entschloss sich nach Afrika zu fliegen und den Menschen dort etwas über Bienen zu erzählen. Nun kehrte Janisch von seiner zweiten Reise aus dem Südsudan zurück. Dieses Mal half er nicht nur mit, das Bienenprojekt weiter voran zu treiben, sondern auch beim Aufbau einer Mechanikerwerkstatt.
Das Ziel seiner Reise war Jalimo, wo im Moment die Werkstatt errichtet wird. "Geplant ist auch eine Tischlerei, eine Bäckerei sowie eine Imkerei", erzählt Janisch. Dass mit dem Bau der Mechanikerwerkstatt - das Gebäude soll 500 Quadratmeter groß werden - begonnen wurde, liegt vor allem daran, dass diese am notwendigsten benötigt wird. Ist die Werkstatt fertig, sollen dort ungefähr 15 Mechaniker ausgebildet werden.
Die Arbeit auf der Baustelle, wo derzeit 16 Einheimische beschäftigt sind, ist alles andere als einfach. "Es ist reine Handarbeit. Die Grundfesten müssen händisch gegraben werden, es muss händisch gemischt oder betoniert werden", versucht Janisch einen Einblick in die schwierigen Arbeitsbedingungen zu geben. Und das nicht nur bei 35 Grad im Schatten, sondern auch für umgerechnet zwei Euro pro Tag, wie der Imker erklärt und hinzufügt: "Der Lohn wird vorher ausverhandelt. Mit den umgerechnet zwei Euro sind die Arbeiter zufrieden."
Janisch legte bei den Arbeiten auch selbst Hand an. Beispielsweise baute er eine Rampe (siehe Foto), damit die Arbeiter mit der Scheibtruhe leichter auf den Traktoranhänger fahren können.
Bienenprojekt
Daneben widmete er sich aber auch dem Bienenprojekt. "Die Menschen dort hatten keine Ahnung, wie ein Bienenvolk funktioniert. Wir haben ihnen das nicht nur theoretisch erklärt, sondern auch praktisch vorgeführt", sagt der Imker und erinnert sich, dass die Einheimischen vor Beginn des Projekts einfach eine Röhre auf einen Baum gehängt haben und dort den Honig herausgeraubt haben. Das führte dazu, dass auch das Bienenvolk - schließlich starben viele Tiere dabei - massiv darunter litt.
Erstaunt war Janisch aber nicht nur über die Imkermethoden der Südsudanesen, sondern vor allem über eines: "Die Bienen haben dort seit Tausenden Jahren keine Bienenwand gesehen und sind trotzdem einfach eingezogen. Sie verhalten sich gleich wie bei uns." Anders sei lediglich, dass die Bienen wesentlich kleiner und aggressiver seien als in der Oststeiermark.
Vor allem weil rund um Jalimo ein gutes Honiggebiet sein dürfte, wie der Experte sagt, sei es wichtig, dass die Menschen noch mehr über Honiggewinnung und Vermarktung lernen. Deshalb kann sich der Auffener auch vorstellen, wieder in die Region im Südsudan zurückzukehren. "Vorausgesetzt es hat wieder mit Bienen zu tun", schmunzelt der passionierte Imker.
Features
PROJEKT IM SÜDSUDAN
Die Projektleitung hat Hannes Urban vom Verein "helfen-wir.org" inne.
Die Projektlaufzeit ist unbegrenzt, weil man auch nicht sagen kann, wie lange der Bau der Gebäude dauert.
Kontakt und Informationen unter info@helfen-wir.org







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