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Zuletzt aktualisiert: 02.02.2009 um 21:03 UhrKommentare

Ein Grund zur Aufregung

Wirbel um Erweiterung des Gewerbeparks in Greinbach: Gegner vermuten, Ortschef profitiere als Grundbesitzer - der spricht von Fehler im Grundbuch.

Die geplante Erweiterung des Gewerbeparks Greinbach lässt die Emotionen hochgehen. Aufregung verursachte vor allem die Aussage Bürgermeister Siegbert Handlers (VP), wonach er im mittlerweile für Industrie-Nutzung gewidmeten Waldgebiet persönlich kein Grundstück besitze, also von der Rodung des Waldes nicht profitiere. Im amtlichen Grundbuch - der entsprechende Auszug liegt der Kleinen Zeitung vor - ist Handler als Hälfteeigentümer des Areals eingetragen. Hartbergs Grün-Gemeinderätin Isabell Bayer-Lueger, die die Vernichtung eines Erholungsgebietes anprangert, sprach folglich von einer "Schräglage", das Projekt sei moralisch zweifelhaft. "Der Bürgermeister vertritt massiv Eigeninteressen."

Fehler. Handler blieb am Montag dabei: Er besitze dort kein Grundstück, vermutlich sei das Grundbuch fehlerhaft. Er habe die Fläche vor knapp zwei Jahren seinem Sohn übergeben. Diese Version bestätigt der Notar, der seinerzeit mit der Abwicklung beauftragt war: Auf Grund eines zivilrechtlichen Vertrags gehöre das Grundstück nicht mehr dem Bürgermeister, das Grundbuch sei hier nicht maßgeblich. Handler reagierte betreten: Er habe die Änderung nie kontrolliert, ließ er wissen.

Rückendeckung. Politisch genießt er Rückendeckung. Man habe der Umwidmung zugestimmt und stehe zum Projekt, sagt SP-Fraktions-Chef Gerhard Koch. "Unser Bürgermeister wird das schon machen."

Kritik kommt dafür vom - im Gemeinderat gar nicht existenten - BZÖ: Im Sinne der Gemeindekooperation sollten besser Industriegründe in den Nachbarkommunen erschlossen werden, sagte Bezirksobmann Bernhard Freiberger. "Jobs könnten in der Region auch ohne die Rodung von elf Hektar Wald geschaffen werden."

35.000 Euro. Als Erholungsgebiet könne man den Waldabschnitt nicht bezeichnen, kontert Handler. "Da ist nie jemand unterwegs, die Wanderwege führen außen herum." Im Ausgleich für das Gewerbegebiet habe die Gemeinde bereits 35.000 Euro für Aufforstungen ausgegeben.

THOMAS PILCH

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