Dreist: Notstandshilfeempfänger wollte Flugzeuge kaufen
Hatte sich als Gründer einer neuen Fluglinie ausgegeben, doch Kauf scheiterte - Obersteirer wieder in Haft.
Er scheint einen Hang zur Luftfahrt zu haben - jener 55-jährige Obersteirer aus dem Sölktal, der rund 20 Jahre seines Lebens bereits hinter Gittern verbracht hat, so die Polizei. Verurteilt meist wegen Zech- und Einmietbetrügereien, aber auch wegen einiger größerer Sachen: So hatte der Notstandshilfebezieher sich schon mehrmals als Pilot oder Chef einer Fluglinie ausgegeben und mit seinen Hochstapeleien größeren Schaden verursacht.
Haft. Erst im Frühjahr aus der Haft entlassen, klickten für den Obersteirer bereits Anfang Oktober wieder die Handschellen (die Kleine Zeitung berichtete exklusiv). Beamte der Polizeiinspektion Gröbming erwarteten den 55-Jährigen schon, als er mit einem Taxi bei seinem Elternhaus vorfuhr. Zu diesem Zeitpunkt war der 55-Jährige bereits wochenlang flüchtig gewesen, gesucht wegen diverser Einmietbetrügereien in Fünf-Sterne-Hotels in der oststeirischen und burgenländischen Thermenregion.
Flugzeuge. Mittlerweile konnte die Erhebungsgruppe der Polizei Fürstenfeld, die den Fall übernahm, dem Notstandshilfebezieher noch ein weiteres Delikt zur Last legen: Im Juli soll der 55-Jährige versucht haben, bei der deutschen Flugvertriebsfirma eines amerikanischen Flugzeugherstellers drei Flugzeuge zu erwerben. Gesamtwert der erstrebten Ware: rund 47 Millionen Euro. Angeblich soll sich der Sölktaler bei zwei Verkaufsgesprächen in Wien als Betreiber einer neuen Fluglinie ausgegeben und mit gefälschten Personen- und Firmendaten und falschen Auslandsüberweisungen ausgewiesen haben. Schaden entstand jedoch keiner, weil die Firma Lunte roch und der Steirer schließlich von seiner Absicht zurücktrat. So entstand lediglich ein Schaden von 8223 Euro - durch die unbezahlten Thermenaufenthalte. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft.








