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Zuletzt aktualisiert: 23.05.2012 um 12:39 UhrKommentare

Ab 2013 über die Mauern der Stadt?

Der geplante Fürstenfelder Festungsrundgang nimmt Kontur an. Der Weg durch die Geschichte der Stadt könnte im Frühling 2013 eröffnet werden. Heute abend geht es im Gemeinderat um weitere Schritte.

Die zu einem großen Teil im Original erhaltene Fürstenfelder Stadtmauer wird zugänglich und erlebbar gemacht

Foto © BrugnerDie zu einem großen Teil im Original erhaltene Fürstenfelder Stadtmauer wird zugänglich und erlebbar gemacht

Karl Amtmann, Obmann des Fürstenfelder Museumsvereins, kann vorerst durchatmen. Die schwierigste Etappe auf dem Weg zur Realisierung des geplanten Festungsrundganges - seine Gesamtlänge beträgt knapp drei Kilometer - ist geschafft. Bedurfte es doch vieler Gespräche, Grundstücksbesitzer ins Boot zu holen, deren Zustimmung man benötigt, um eine Führung des Weges unmittelbar an der Renaissance-Stadtmauer (Mitte 16. Jahrhundert) zu ermöglichen.

Amtmann: "Unsere Stadt hat das Glück, dass deutlich mehr als die Hälfte der Anlage im Originalzustand erhalten ist." Bis auf ein paar Grundbesitzer - in diesen Fällen behilft man sich mit Ausweichrouten - war mit allen Betroffenen ein Konsens zu erzielen.

Nun soll so schnell wie möglich mit der Umsetzung des Projektes begonnen werden. Zu den veranschlagten Gesamtkosten von rund 200.000 Euro steuert das Wirtschaftsministerium Fördergelder in der Höhe von 80.000 Euro bei. Den größten finanziellen Brocken muss die Stadtgemeinde selbst stemmen.

Bunkeranlagen

Als Besonderheit des Festungswegs will man auch zwei intakte Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg öffentlich zugänglich machen. Amtmann möchte zumindest einen davon mit einer Videoprojektion, die dem Besucher das Bedrohungsszenario jener Zeit auch emotional vermittelt, bespielen: "Ich denke dabei an Bilder von Luftangriffen mit dem durchdringenden Motorengeräusch der Bomber."

Es wird aber auch Aussichtspunkte geben. So soll die Stadtmauer hoch über dem Kinderfreunde-Sportplatz im ehemaligen Wassergraben einen "Balkon" verpasst bekommen. Über steiles Gelände und durch dichtes Gehölz wird hingegen der Rundgang im Abschnitt an der Feistritz führen.

Impuls

Vom fertigen Festungsrundgang, der seine Idee war, verspricht sich der Fürstenfelder Kulturreferent Franz Majcen einen nachhaltigen touristischen Impuls. "Er soll aber auch der heimischen Bevölkerung die geschichtliche Entwicklung von Fürstenfeld erlebbar machen", ist Majcen vom Mehrwert des Projektes überzeugt. Möglich sei, so Majcen, eine Verwirklichung nur in kleinen Schritten, weil die Förderzusagen von Jahr zu Jahr neu erarbeitet werden müssten. Der Anfang werde mit Schlossbastei und Vorbastei gesetzt.

Museumschef Amtmann denkt auch an eine Sanierung der Stahlbrücke über den Feistritzgraben, die das ATW-Gelände mit dem Jugend- und Familiengästehaus verbindet: "Es handelt sich dabei um eine genietete Konstruktion aus jener Zeit, als in Paris der Eiffelturm gebaut wurde." Die erste Kostenschätzung für die Wiederinstandsetzung der Brücke beträgt 150.000 Euro.

Mit der Brücke und weiteren Schritten für die Umsetzung des Festungsweges wird sich auch der Fürstenfelder Gemeinderat in seiner Sitzung heute Abend in mehreren Tagesordnungspunkten beschäftigen. Um den Kauf der Stahlbrücke durch die Stadtgemeinde und deren Sanierung könnte sich allerdings noch eine heiße Debatte entspinnen. SPÖ, Grüne und BZÖ wollen sich nämlich, wie es heißt, dagegen aussprechen, die Brücke von ihrem derzeitigen Eigentümer Josef Domweber zu erwerben, die ÖVP hingegen steht hinter dem Kauf.

FRANZ BRUGNER, REGINA TRUMMER

FAKTEN

Nach Plänen von Baumeister Domenico dell'Allio wurde die mittelalterliche Fürstenfelder Stadtbefestigung von 1553 bis 1581 durch eine Neuanlage in italienischer Manier mit vorgezogenen Bastionen ersetzt. An der steil abfallenden Nordseite zur Feistritz blieb die alte Ringmauer stehen. Nach dem Sieg über die Türken wurde der Festungsbau in Fürstenfeld eingestellt.

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