Theater im Grabher-Haus ist Kostenfrage
Mit dem Grabher-Haus hätte die Stadt Fürstenfeld einen schönen Veranstaltungsort. Weil eine dauerhafte, gesetzeskonforme Nutzung zu viel kostet, wird nun an einer Minimal-variante gearbeitet.

Foto © PrivatDas Grabher-Haus wurde von seinem letzten Besitzer der Stadt geschenkt und wartet nun auf seine ständige Nutzung
Vor rund zwei Jahren war das sogenannte Grabher-Haus nach dem Tod von Erich Grabher als Schenkung in den Besitz der Stadtgemeinde Fürstenfeld übergegangen. Nach dem Willen des früheren Besitzers, der das einstige Katholische Vereinsheim und spätere Logau-Kino erworben und saniert hatte, sollte das Gebäude kulturellen Zwecken dienen.
Die Erfüllung dieses Wunsches ist für die Stadtgemeinde allerdings eine schwierige Aufgabe. Mit einer großen Ausstellung über die Firma Eumig und erst kürzlich mit der Präsentation des New Yorker Grafitti-Künstlers Lin "Quick" Felton sowie einigen kleineren Veranstaltungen kehrt zwar immer wieder Leben in das Jugendstil-Gebäude ein, eine dauerhafte Nutzung scheitert indes vor allem an den hohen Kosten, wie der Fürstenfelder Kulturreferent Franz Majcen erklärt: "Im Rahmen einer Untersuchung des Gebäudes wurde festgestellt, dass für eine erste Adaptierung rund 400.000 Euro notwendig wären. Unter anderem geht es um eine Reihe von Aufwendungen, damit baurechtliche Vorschriften wie WC-Anlagen für Männer und Frauen, barrierefreie Zugänge, Fluchtwege erfüllt werden können, aber auch um das Thema Beheizung und Isolierung. Alles zusammen können wir uns finanziell im Moment nicht leisten." Daher habe sich die Stadtgemeinde, so Majcen, für eine restriktive Nutzung ententschieden. Das Problem dabei: Als Baubehörde erster Instanz ist der Bürgermeister haftbar.
Zauberflöte
In der jüngsten Sitzung des Fürstenfelder Gemeinderates berichtete Bürgermeister Werner Gutzwar auf eine Anfrage der Grünen, dass sich die Stadt derzeit um die Etablierung von Theater und Kleinkunst im Grabher-Haus bemühe. Konkret geplant sei eine Aufführung der Zauberflöte in einer Version für Kinder. Dazu Majcen: "An mich ist der Bühnenbildner Franz Koppendorfer mit der Idee herangetreten, gemeinsam mit der Musikschule und dem Gymnasium eine Kinder-Zauberflöte auf die Beine zu stellen. Aus Zeitgründen musste das noch vor Weihnachten geplante Vorhaben aber auf Jänner verschoben werden."
Insgesamt beurteilt der Fürstenfelder Kulturreferent die Etablierung einer breiten Theaterszene in der Stadt aber als kein leichtes Unterfangen. Zum einen erfülle die Theatergruppe des BG/BRG Fürstenfeld - seit Jahren ein Garant für exzellente Aufführungen - den Part des klassischen Theaters, zum anderen gebe es in der Bezirksstadt keine lokale Theatergruppe wie in nahezu allen kleineren Orten der Umgebung.









