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Zuletzt aktualisiert: 10.08.2009 um 21:56 UhrKommentare

Gut Absichern gegen dreiste Einbrecher

25 Einbrüche wurden einer siebenköpfigen Tätergruppe aus dem Raum Feldbach nachgewiesen. Die Polizei setzt auf Prävention. Betroffene rüsten sicherheitstechnisch bereits auf.

Foto © APA/Sujet

Die Zunahme der Einbrüche zwischen 100 und 200 Prozent hat der Polizei im Bezirk Feldbach ordentlich Kopfzerbrechen bereitet. Vor allem in der Feldbacher Innenstadt wurde fast täglich ein Geschäft heimgesucht. Die Exekutive hatte Täter im Visier, denen bereits im Mai kleinere Delikte nachgewiesen werden konnten. Es war schon eine Aktion mit dem Landeskriminalamt geplant, als der Durchbruch nach einem Einbruchsversuch in einen Handy-Shop in der Ungarstraße gelang. "Die Täter haben die Alarmanlage übersehen. Sie sind geflüchtet, als wir eintrafen und mussten Diebsgut im Wert von 15.000 Euro sowie Einbruchswerkzeug und einen Rucksack zurücklassen", erzählt einer der Beamten von der Ermittlungsgruppe Feldbach. So kam man einem Täter auf die Spur, in dessen Wohnung noch Beute aus anderen Einbrüchen (Zigaretten, Videospiele) gefunden wurde. Von ihm ausgehend konnten sechs Komplizen ausgeforscht werden. Vier sind in Haft.

Die Gruppe ging in wechselnder Zusammensetzung auf Einbruchstour. Auf ihr Konto gehen Einbrüche in Geschäfte und Gastronomiebetriebe, in ein Tattoo-Studio in Fürstenfeld, eine Tankstelle in Jennersdorf und ins Freibad Fehring. Insgesamt konnten der Gruppe - alle im Alter von 17 bis 25 Jahren und arbeitslos - 25 Delikte nachgewiesen werden. Die Täter haben zum Teil Migrationshintergrund, sind aber in Österreich aufgewachsen und im Raum Feldbach wohnhaft. Gegen einige laufen bereits Verfahren.

Nachdem die Gruppe dingfest gemacht worden war, sank die Zahl der Einbrüche vergangene Woche auf vier. "Wir haben noch organisierte Kriminalität durch reisende Täter", so Bezirkspolizeikommandant Franz Fasching.

Hellhörig

Um die Arbeit der Polizei zu unterstützen, appelliert er an die Bevölkerung, Beobachtungen rasch und möglichst konkret zu melden. Dazu gehört auch, sich Autokennzeichen zu notieren. Fast überall sind bei der konkreten Einbruchserie die Täter wahrgenommen worden. "Manche Leute finden es leider nicht der Mühe wert, das zu melden", bedauert Fasching.

Die Exekutive setzt vor allem auf Prävention. Schwachstellen beseitigen, die es bei jedem Objekt gibt, einbruchshemmende Fenster und Alarmanlagen einbauen, lauten die Polizei-Tipps (siehe Infokasten). Sich Waffen zu besorgen, gehört nicht dazu. "Das empfehle ich auf keinen Fall. Der Täter kann sich vorbereiten. Der Besitzer ist auf der Waffe nicht ausgebildet und im Ernstfall muss man mit massiver Gegenwehr rechnen", so Klaus Herbst, Experte in Sachen Prävention. Die Polizei möchte mit Leuten in Kontakt zu kommen, die ein Haus bauen wollen, um bereits in der Planung Sicherheitseinrichtungen einzubeziehen.

Walter Imp, einer der von den Einbrechern Geschädigten, hat schon Konsequenzen gezogen. In den kleinen Lüftungsschacht, durch den die Täter eingestiegen sind, hat er gestern ein Stahlkreuz eingeschweißt: "Und ich werde alles mit Alarmanlagen absichern, obwohl ich keine großen Werte im Haus habe. Anscheinend ist die Zeit gekommen, dass es nicht mehr anders geht." Gestern hat er die Alarmanlage bestellt, wie ein weiterer Unternehmer in der Bürgergasse auch.

Zu sorglos

"Der Schock sitzt in der ganzen Familie tief. Man kann sich das nicht vorstellen, wenn man in die Firma kommt und alles verwüstet ist - und in der Wohnung waren sie auch. Das ist mit Geld nicht gutzumachen", so Imp. Ängste will er nicht schüren, aber man solle nicht leichtfertig sein. Sein Ratschlag: "Jeder soll sich Sorgen machen bei Firma, Wohnung, Auto - ich war auch sorglos, aber davon bin ich jetzt geheilt."

HELMUT STEINER

Kommentar

Helmut SteinerMisstrauen von Helmut Steiner

Fakten

Schwachstellen: gekippte Fenster und solche an schwer einsehbaren Stellen, Luftschächte, Lüftungen.

Die Polizei empfiehlt einbruchshemmende Fenster, Bewegungsmelder, Alarmanlagen (im Privatbereich mit Außensirene) und berät auch an Ort und Stelle.

Infos: Tel. 059133-6120.

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