Gäste wollen einen "erlebbaren" Bauernhof
Der Verband "Urlaub am Bauernhof" will mit neuer Qualitätsoffensive langfristig erfolgreich sein.

Foto © Kleine Zeitung/Benedikt Narodoslawsky
Alle vier Jahre überprüft eine Kommission die Qualität der Mitgliedsbetriebe des Verbandes "Urlaub am Bauernhof". Um die Plakette zu bekommen, die den Gästen Qualität garantiert, müssen die Bauernhöfe ab heuer noch härtere Kriterien erfüllen. Fachberaterin Anna Kandlbauer von der Landwirtschaftskammer begründet: "Wir brauchen strenge Richtlinien, damit wir das Image halten können. Es kann auch sein, dass als Folge der neuen Kriterien Mitglieder austreten müssen." Der neue Kriterienkatalog orientiert sich an den Gästewünschen, die durch eine groß angelegte Befragung in Österreich und Deutschland erhoben wurden.
Große Überprüfung. Ab Ende April werden die 48 Betriebe des Regionalverbands, der die Bezirke Feldbach, Fürstenfeld und Radkersburg umfasst, überprüft. Während Anfang der 90er-Jahre noch Einrichtung und Ausstattung für die Klasse eines Bauernhofs ausschlaggebend waren und später das Service und die Qualität der eigenen Produkte als zusätzliche Kriterien hinzukamen, legt die Kommission nun großen Wert auf den "erlebbaren Bauernhof". Bildlich gesprochen heißt das: Dem Gast zeigen, wie man richtig Kühe melkt, ihn die Hasen streicheln lassen, ihm die selbstgemachte Marmelade zum Frühstück reichen und erklären, wie der Kürbiskern zu Öl wird. "Es sind viele Gäste dabei, die sich ernsthaft dafür interessieren", spricht Johanna Bauer, Kommissionsmitglied für die Qualitätsbewertung und selbst Vermieterin, aus eigener Erfahrung. Denn für einige Gäste sei die Arbeit in der Landwirtschaft komplettes Neuland und daher auch sehr interessant und spannend.
Gäste aus Deutschland.Die Gäste in der Südoststeiermark kommen vorwiegend aus dem nördlichen Teil Österreichs sowie aus Deutschland. Für heuer haben bereits viele von ihnen sehr früh gebucht, berichtet Barbara Gartner, Obfrau des Regionalausschusses. Ihre Prognose: "Für heuer schaut's gut aus." Neue Gäste stoßen laut Gartner durch Mundpropaganda oder zum Großteil auch durch das Internet auf die heimischen Betriebe. Für Kandlbauer steht fest: "Ohne E-Mail und Computer läuft das Geschäft heute nicht mehr."









