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Zuletzt aktualisiert: 29.08.2008 um 18:44 Uhr

Tod in den Flammen

Ein Toter und viele obdachlos gewordene Familien nach Brand in Fürstenfelder Wohnhaus. 34-Jähriger hatte sein Essen auf dem Herd vergessen und war eingeschlafen.

Die Flammen schlugen hoch in den Himmel hinauf

Foto © FF FürstenfeldDie Flammen schlugen hoch in den Himmel hinauf

Wenige Schritte wären es noch zur Türe gewesen, doch im dichten Rauch schaffte es Karl V. nicht mehr. Im Vorraum seiner brennenden Wohnung brach der 34 Jahre alte technische Zeichner aus Fürstenfeld zusammen und erstickte an den Rauchgasen.

Linseneintopf aufgewärmt. Der Oststeirer war gestern gegen 2 Uhr früh in seine Wohnung im dritten Stock des Mehrparteienhauses in der Fürstenfelder Stiegengasse gekommen. Am Herd wärmte er sich einen Linseneintopf auf, setzte sich vor den Fernseher und schlief ein. "Ein um fünf Euro erhältlicher Rauchmelder hätte ihm das Leben retten können", ist Einsatzleiter Erich Fladerer von der Feuerwehr Fürstenfeld überzeugt. Denn als der Mann wach wurde, hatte das erhitzte Kochgut bereits die Küche in Brand gesetzt.

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Foto © FF Fürstefeld

Foto vergrößernDer Brand griff rasch auf das Dachfeschoß überFoto © FF Fürstefeld

Hunde witterten Feuer. Zu diesem Zeitpunkt - es war kurz nach 4 Uhr - schliefen Ewald L., seine Frau und sein Stiefsohn tief und fest in der Wohnung darüber. Es waren ihre beiden Hunde, die das Feuer witterten und anschlugen. "Das erste, was mir durch den Kopf ging: Es riecht nach Rauch!", schildert der 41-Jährige. Er packte seine Familie samt Hunden und flüchtete ins Freie. "Zuerst sah ich nur Rauch, wenige Sekunden später stand schon der Dachstuhl in Flammen", erzählt Josef Pfeiffenberger aus dem Haus gegenüber. Er war einer von mehreren Anrainern und Bewohnern, die die Feuerwehr alarmierten.

Tür aufgebrochen. Als erste traf eine Polizeistreife am Brandort ein. Die Beamten eilten von Wohnung zu Wohnung; wenn keiner auf ihr Läuten reagierte, wurde die Tür aufgebrochen. Die Leute seien aus dem Haus geströmt, erinnert sich eine Nachbarin, "teilweise im Pyjama und Nachthemd". Ein 75-jähriger Mann erlitt bei der Evakuierung eine Rauchgasvergiftung, die anderen 42 Bewohner - darunter viele Kinder und Senioren -wurden unversehrt gerettet. "Hoffentlich ist keiner mehr drinnen", bangte eine Zeugin. Doch als die Feuerwehr die Tür im dritten Stock aufbrach, fand sie den Wohnungsinhaber bereits leblos am Boden. Für den Vater einer fünfjährigen Tochter gab es keine Rettung mehr.

Geschockte Bewohner. Während sechs Feuerwehren mit rund 70 Mann den Großbrand in drei Stunden unter Kontrolle brachten, wurden die geschockten Bewohner zunächst in einem nahen Gasthaus versorgt und von einem Rotkreuz-Team betreut. Fünf Wohnungen hat das Feuer komplett zerstört, zehn weitere wurden schwer beschädigt. Bürgermeister und Hausverwaltung begannen sofort, Ersatzquartiere für die obdachlos gewordenen Bewohner zu beschaffen. So bietet die Hausverwaltung ihre freien Wohnungen an, vorübergehend steht auch das Internat der Landesberufsschule als Unterkunft zur Verfügung.

WILFRIED ROMBOLD, KONSTANTIN TZIVANOPOULOS

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Foto © FF Fürstenfeld

Bild vergrößernFreitag Früh konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werdenFoto © FF Fürstenfeld

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