Mama Kadan ist auch schon ein Kenia-Fan
Die Orientierungsläuferin Ursula Kadan hat sich bei ihrem fast halbjährigen Aufenthalt in Kenia nicht nur sportlich enorm entwickelt.

Foto © kkUrsula Kadan
Nach knapp sechs Monaten ist das Abenteuer Kenia für Ursula Kadan zu Ende gegangen. Doch die Orientierungsläuferin hat neue und unbezahlbare Erfahrungen gemacht. "Der Abschied ist mir sehr schwer gefallen. Es ist ein schmerzhaftes Gefühl, wenn man über einen so langen Zeitraum mit Menschen zusammen lebt und sich dann trennen muss", erzählt Kadan.
Andere Welt.
In Kenia wurde die Großwilfersdorferin mit einer völlig anderen Kultur konfrontiert. "Die Mittel sind sehr begrenzt. Das hat mit der hohen Arbeitslosigkeit zu tun. Beinahe alle Kenianer träumen davon, dass sie mit dem Sport Geld verdienen", erklärt Kadan. "Sie sind alle schnell, aber das Problem ist, dass auf Grund der Dichte nur wenige Athleten mit dem Sport Geld verdienen können. Sollte man jedoch eine Arbeit gefunden haben, muss man den Sport aufgeben."
Bekannte Gesellschaft erhielt die 20-Jährige gegen Ende ihres Aufenthaltes. Thomas Krejci, Trainer und Sektionsleiter des Turnverein Fürstenfelds, reiste für drei Wochen nach Kikuyu, das 30 Kilometer westlich von Nairobi liegt, nach. "Wir haben vor Ort die ersten kenianischen Sprintmeisterschaften im Orientierungslaufen ausgetragen. Dafür haben wir neue Karten gezeichnet, damit die Athleten überhaupt die Möglichkeit haben, den Sport auszuüben", sagt Krejci. "Unser Ziel ist es, den Kenianern die Möglichkeit zu geben, mit ihrem Verein Geld zu verdienen. Deshalb haben wir ihnen auch eine große Zahl an Karten zugesendet."
Schnelle Beine.
Dass sich das härtere Training auf bis zu 2000 Metern Seehöhe in Afrika ausgezahlt hat, zeigt die Tatsache, dass sowohl Krejci als auch Kadan bei der österreichischen Meisterschaft im Ultralang-Orientierungslauf die Goldmedaille gewonnen haben. "Am Anfang war ich noch etwas skeptisch, weil die Kenianer auf Grundlagenausdauer verzichten und immer sehr schnelles Tempo gehen. Doch jetzt merke ich, dass es schon sehr viel bringt", meint die Oststeirerin.
Und das ist auch gut so, denn heuer hat Kadan aus Altersgründen bei der Junioren-Weltmeisterschaft im schwedischen Göteborg (30. Juni bis 6. Juli) letztmalig die Chance, in dieser Klasse eine Topplatzierung zu erreichen. "Ein Top-Ten-Platz wäre mein großer Traum. Aber es ist nicht gut, zu große Erwartungen zu haben, dann geht es meistens schief", sagt Kadan.
Wiedersehen.
Nach der Rückkehr aus Schweden gibt es auch ein Wiedersehen mit ihren kenianischen Kollegen. "Meine guten Freunde werden im Sommer zurückkehren und einige Zeit hier bleiben. Darauf freue ich mich sehr. Auch meine Mutter ist schon so beeindruckt, dass sie mit mir zusammen nach Kenia fliegen möchte", betont Kadan mit Freude.
Laufcamps auf der Hebalm.
Damit auch Laufsportbegeisterte in den Genuss kommen, zusammen mit afrikanischen Spitzenläufern zu trainieren, werden im Sommer Laufcamps auf der Hebalm angeboten. "Dabei wollen wir Hobbyläufern die Möglichkeit geben, eine Woche mit den Athleten zu verbringen. Es werden unvergessliche Tage im afrikanischen Stil geboten", klärt Krejci auf. Auch Kadan wird ihren Teil dazu beitragen. "Ich mache gerade die Führerscheinprüfung. Im Sommer werde ich für meine Freunde die Chaffeurin spielen", freut sich Kadan.








