Wenn die Jugend geht
Comedy? Nein. Kabarett mit Musik? Das kommt der Sache schon näher. Sagen wir "einfach Werger" zum neuen Programm, das am Freitag in Waltersdorf Premiere feierte.

Foto © Pressefoto/Fotostudio Sissi FurglerStefanie Werger
Wetten, dass bei "50plus -Gnadenschuss?" kein Handy läutet? Denn "sonst schaltet sich Frau Werger ein", warnt eine Stimme vor Vorstellungsbeginn. "Für immer jung" schmettern dann gleich Heller und Ambros, doch schon nach dem ersten Refrain fällt der Gnadenschuss - und die 56-Jährige steht auf der Bühne. Ohne Arzt und Notkoffer, aber ein paar Mittelchen à la Broncho-Stopp und Biofax stehen schon bereit. Und die furiosen Musiker Wolfgang Wograndl am Bass und Günther Radelmacher an den Tasten.
Selbstironie. Dass Stefanie Werger austeilen kann, wissen wir - im neuen Programm zieht sie u. a. unsere Regierungsspitze, Chris Lohner und geldgierige Seniorenheim-Betreiber durch den Kakao. Werger schenkt sich aber auch selbst nichts, zeigt viel Selbstironie und bekommt in den Dialogen mit den Musikern ihr Fett ab.
"Hüftgold". So bezeichnet sie ihr "Hüftgold" als "Gewinnmaximierung ohne Reichtum". Sie erinnert sich an ihre Jugend, als ihr "langes silberblondes Haar bis zum Popscherl ging", das damals in einem hautengen Minirock steckte. An die Jugend schrieb sie zudem ein bewegendes neues Chanson: "Wenn du gehst".
Poesie. Es wäre eben nicht Werger, würde der Abend nur zum Schenkelklopfen einladen. Er hat - vor allem in den Liedern (etwa "Leben vor dem Tod" oder "I wollt sein wie sie") - poetische, nachdenkliche und berührende Momente.
"Stoak wia a Felsen". Und dass das Fragenzeichen nach Gnadenschuss bleibt, wird wohl keinen wundern. Ist sie doch "stoak wia a Felsen".








