Straße durch den Park geplant
Marktgemeinde Pöllau möchte das leer stehende Schulgebäude im Schlosspark an einen Unternehmer verkaufen. Und eine Zufahrtsstraße durch das Parkareal bauen.

Foto © APA/SchraderSymbolbild
Wegen kontinuierlich sinkender Geburtenraten wurde im Vorjahr die Volksschule Schlosspark geschlossen. Die verbleibenden Schüler verlegte man trotz heftigen Protests der betroffenen Eltern in die Volksschule Grazerstraße. Seither steht der historische Gebäudekomplex im Schlosspark leer.
Ideen für eine sinnvolle Nachnutzung wurden in der Gemeindestube zuhauf gewälzt. Sie reichten von der Umfunktionierung des Objektes in ein Naturparkhaus mit Dauerausstellung, bis hin zur Errichtung eines Ärztehauses. Die ebenfalls angedachte Einquartierung der Polytechnischen Schule scheiterte an den Kosten. Bürgermeister Rupert Flicker: "Wir hätten für diesen Zweck neue Werkstättenräume errichten müssen. Das hätte beträchtliche Investitionen erfordert." Mit einer Sparvariante wiederum sei, so Flicker, die Leitung der Polytechnischen Schule nicht einverstanden gewesen. Also wurde die schulische Wiederverwertung endgültig abgehakt.
Von Liegenschaft trennen. Ohne brauchbares Nachnutzungskonzept im Talon entschlossen sich die Gemeindeverantwortlichen dazu, sich von der Liegenschaft zu trennen. Die Verkaufsabsicht hängte man aber nie an die große Glocke. Trotzdem meldete sich rasch eine größere Zahl ernsthafter Kaufinteressenten am Gemeindeamt.
Angebote. Der dreiköpfige Gemeindevorstand siebte nun die vorliegenden Angebote durch. Laut SP-Vizebürgermeister Heribert Hirschegger hat sich das Gremium nun einstimmig auf einen Bieter festgelegt. Damit der Verkauf tatsächlich über die Bühne gehen könne, müsse aber noch der Gemeinderat zustimmen, betont Hirschegger. Dies dürfte jedoch nur Formsache sein, da der Vorstandsbeschluss von VP-Gemeindekassier Günther Gaugl mitgetragen wurde.
Größter Nutzen. Gaugl meint zur anstehenden Verkaufsaktion: "Wir haben nicht den bestmöglichen Verkaufserlös im Auge gehabt, sondern haben als Kriterium herangezogen, von welchem Käufer die Gemeinde langfristig den größten Nutzen hat." Seinen Worten ist zu entnehmen, dass ein ortsansässiger Bauunternehmer mit rund 15 Arbeitsplätzen, der dort seinen Bürostandort aufschlagen will, den Zuschlag bekommen soll.
Investitionen erforderlich. Den Gesamtwert des Objektes beziffert Gaugl als relativ gering, da dessen Bauzustand beträchtliche Investitionen erforderlich mache. Über den konkreten Verkaufspreis hüllt er sich in Schweigen.













