Michael Tobisch: Mit Nerven aus Stahl zum Weltmeistertitel
Monatelange Vorbereitungen haben sich gelohnt: Michael Tobisch kehrte als Weltmeister der Maler aus Japan zurück. In Rabenwald, seiner Heimatgemeinde, wurde der 20-Jährige feierlich empfangen.

Foto © APAMichael Tobisch ist Maler-Weltmeister
Die Deutschen scheinen von uns Österreichern zu lernen. Während hierzulande zum nächsten Eurovisions-Song-Contest kein Teilnehmer entsandt werden soll, ersparte sich unser nördlicher Nachbar heuer die Kosten für das Flugticket ins japanische Shizuoka. Dort traf sich die Elite des Handwerkernachwuchses aus der ganzen Welt zum Vergleichswettkampf.
Gebürtiger Ostdeutscher. Es ist wohl ein Gerücht, dass Deutschland niemanden für die Kategorie Maler und Anstreicher nominierte, weil Österreichs Hoffnungsträger Michael Tobisch inoffiziell als Favorit gehandelt wurde. Oder aber man hoffte am möglichen Erfolg teilhaben zu können. Man muss nämlich wissen, dass dessen Mutter eine gebürtige Ostdeutsche ist. Darauf meint sie: "Die Goldmedaille von Michael wird mit niemandem geteilt." Das prächtige Stück Gold glänzt für Österreich, primär für den Naturpark Pöllauer Tal.
14 weltbeste Maler am Start. Zwölf Tage weilte Tobisch im fernen Japan. Zwar wurde mit einem Podestplatz des jungen Malers spekuliert, an einen Sieg wollte aber niemand so recht glauben, waren doch die 14 weltbesten Maler am Start. Für Tobisch selbst galt die Devise: Alles oder nichts. Dafür hatte er auch lange und intensiv trainiert. So ließ er sich als Übungsparcours sogar die trapezförmige Koje aus Holz nachbauen, die in Shizuoka zur Keimzelle seines Erfolges werden sollte. Dort galt es unter anderem Tapeten anzukleistern, sich als Designer zu bewähren, im Lackaufbau bewandert zu sein, Farbstreifen zu ziehen und sich kreativ bildnerisch zu artikulieren.
Defektes Gerät. Wenn dann so wie bei den Weltmeisterschaften schon nach wenigen Minuten das Schleifgerät kaputt geht, sind Nerven wie Stahlseile gefragt. "Die hat er", bescheinigt Malermeister Johann Fischer aus Sonnhofen die Ausgeglichenheit seines Schützlings. Und im Nachsatz: "Bei Michael stimmt einfach alles, Fleiß wie Talent." Egon Fischer, Bundesinnungsmeister der Maler, meinte beim Weltmeisterempfang: "Um eine solche Leistung zu schaffen, muss vom Elternhaus bis zum Lehrplatz einfach alles passen."
Zwölf Punkte Vorsprung. Von dem kaputt gewordenen Schleifgerät ließ sich Tobisch nicht irritieren. Dieses Missgeschick beflügelte ihn, sodass er am Ende mit zwölf Punkten Vorsprung siegte. Wie fühlt man sich als "Wödmasta"? Der Rabenwalder sagt bescheiden: "Ich danke allen, die mich auf diesem Weg unterstützt haben." Am Montag heißt es wieder die Malerutensilien in die Hand zu nehmen. Einen "königlichen" Auftrag hat Tobisch schon bekommen. Der Rabenwalder Bürgermeister Johann König meinte bei der Feier: "Eines musst du mir versprechen, dass du mir meinen Rinderstall ausmalst." Der 500 Euro-Scheck, den Tobisch als Anerkennung von der Gemeinde überreicht bekam, war aber keineswegs die Anzahlung dafür.
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Fakten
Michael Tobisch wurde am 27. Juni 1987 in Hartberg geboren. Nach der poly-













