Columbus entdeckt
Pöllau und die "styriarte" haben wieder zusammen gefunden. Nach der vorjährigen Pause gastiert heuer wieder Jordi Savall.

Foto © ReutersHarncourts Styriarte wieder in Pöllau zu Gast
Gab es im Vorjahr lange Gesichter in Pöllau, nachdem man von Mathis Huber, dem Intendanten der "styriarte", einen Korb erhalten hatte, so ist die Enttäuschung von damals längst wieder vergessen. Letztes Jahr hatte nämlich Huber der Wallfahrtskirche am Weizberg den Vorzug gegenüber dem Pöllauer Dom eingeräumt gehabt. Besonders schmerzlich auch deshalb, weil in den Jahren zuvor dreimal in Folge die "styriarte" in Pöllau gastiert und man sich schon als Fixstarter gewähnt hatte. Nach der Kurzzeitscheidung liegen sich Pöllau und die "styriarte" heuer aber wieder in den Armen.
Akustikproblem. Um die Gründe für das vorjährige Nein zu Pöllau gefragt, verweist Huber auf die Akustikprobleme im Pöllauer Gotteshaus. "Die Größe der Kirche ist Segen und Fluch zugleich. Einerseits bringt man über 1000 Leute für ein Konzert hinein, andererseits funktioniert das akustisch nicht wirklich. Für die hinteren Sitzreihen war der Hörgenuss nur sehr eingeschränkt", konstatiert der "styriarte"-Boss. Besonders bei einem kleineren Orchester und filigranen Werken würde die mangelhafte Akustik akut werden. Daher hat man sich für den heurigen Savall-Auftritt entschlossen, die letzten Sitzreihen vorläufig nicht zu verkaufen. Man hält sich aber die Option offen, bei enormem Publikumsandrang diese doch zu besetzen. Wenn, dann aber zu einem Okassionspreis.
Kein Bett frei. Trotz der besonderen Attraktivität, die Huber Pöllau bescheinigt, dürfe der Ort aber kein Recht auf einen Fixplatz bei der "styriarte" ableiten. Hauptmotiv für den Zuschlag an einen Spielort sei, so Huber, dass dieser den idealen Rahmen für ein bestimmtes Projekt liefere. Huber wörtlich: "Man kann doch nicht eine mittelalterliche Musik in einer gnadenlos barocken Kirche wie Pöllau spielen." Außerdem gäbe es in der Steiermark eine Reihe prächtiger Gotteshäuser, die sich für ein Konzert anbieten würden. Unter den Namen, die Huber aufzählt, befindet sich auch Vorau.
Überglücklich. Steffi Schuster, Leiterin des Pöllauer Tourismusbüros, zeigt sich über die Wiederkehr der "styriarte" jedenfalls überglücklich. "An diesem Abend ist in ganz Pöllau kein einziges Gästebett frei", verweist Schuster auf die touristische Umwegrentabilität. Auch unterstreicht sie den hohen Imagegewinn für Pöllau. Schuster: "Das steigert unseren Bekanntheitsgrad. Zusätzlich werden Gästeschichten angesprochen, die sonst nicht nach Pöllau gekommen wären."













