Auch beim Wuzzeln wird gefoult
150 Spieler messen sich derzeit in Stubenberg im Tischfußball. Gekämpft wird mit Konzentration, Technik und notfalls der Wasserwaage.

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Friedrich Kern aus Stubenberg weiß nicht, ob er sich ärgern soll. Der Engländer Rob Atha hat ihn soeben kaltschnäuzig in zwei Sätzen abgefertigt. Eine weitere Niederlage und er ist ausgeschieden. Doch der Name Atha klingt für Tischfußballer wie David Beckham für Fußballfans: Der 20-Jährige aus Manchester rangiert unter den Top Fünf der Weltrangliste und Kern hat ihm immerhin drei Tore geschossen. "Das war schon stark", muss er zugeben.
Weltweit einzigartig. 150 Tischfußball-Spieler kämpfen an diesem Wochenende am Ufer des Stubenbergsees um Titel in sieben Kategorien. "Es ist das weltweit einzige Open-Air-Turnier, das für die Wertung in der Weltrangliste zählt", berichten die Organisatoren Roman Durlacher von der "KO"-Bar und Andreas Gruber vom Stubenberger Tischfußballverein.
13 Tische stehen in einer Reihe, Ellbogen an Ellbogen wird gewuzzelt. Die Gesichter sind angespannt, klappernd schlagen Bälle gegen Banden. Vom Versorgungszelt her riecht es nach Bratwürstl. Ein bärtiger Spieler wickelt frische Schweißbänder um die Griffe und schmiert die Stangen. Er möchte nichts dem Zufall überlassen. Auch der hagere Bursche am Ende der Reihe nicht. Er zieht den Ball mit seinem Verteidiger zurück, verengt die Augen und findet eine Lücke. Der Schuss sitzt. Man kann es hören. Gesehen hat man nicht viel.
Wasserwaage. Mautschi aus Stubenberg presst am Nebentisch einen unterdrückten Fluch hervor. Er hat das dritte Tor kassiert, der Ball will zum Ankick nicht im Mittelkreis liegen bleiben. Entnervt nimmt er ein Time-Out. "Frechheit, wie der Tisch hängt", zischt Mautschi. Gruber wird gerufen, um die Spielfläche mit der Wasserwaage neu einzurichten. Bei einem Weltranglisten-Turnier ist Schluss mit lustig.
Auch wenn sich die Spielfiguren aus Plastik gegenseitig nicht verletzen können, wird beim Wuzzeln gefoult. Wer den Tisch verschiebt, mit seinen Figuren "kurbelt" oder das Abspiel verzögert, muss den Ball dem Gegner überlassen. "Im Finale beobachten zwei Schiedsrichter einen einzigen Tisch", sagt Winfried Neuhaus. Er ist der ehemalige Trainer des österreichischen Tischfußball-Nationalteams und spielen am Sonntag selbst mit.
Im Kopf. Konzentriert belauern sich im Doppel vier Mädchen. Der Ball wird im Mittelfeld hin und her geschoben. Die Figuren an den Stangen zucken. Was im Fußball Beinarbeit heißt, erledigen hier die Hände. "Die Mädels halten voll mit", sagt Kern. Tischfußball werde im Gegensatz zum Kick auf dem Rasen nicht mit Kraft, sondern im Kopf entschieden.















