Pöllauer Tal wächst langsam mit Wald zu
Um die Sicht auf die Wallfahrtskirche in Pöllauberg freizugeben, wurde vor dem Portal Wald geschlägert. Der Waldbestand im Tal soll generell reduziert werden.

Foto © Thomas Pilch
Der Wald drängte sich in den letzten Jahrzehnten immer näher an die Wallfahrtskirche Pöllauberg heran. Vergleicht man alte fotografische Landschaftsaufnahmen mit dem Ist-Zustand, wird augenscheinlich, dass sich die Waldflächen deutlich vergrößert haben. "In der Barockzeit war der ganze Pöllau
berg überhaupt so gut wie kahl", zeigt Pfarrer Roger Ibounigg den Kontrast zwischen Vergangenheit und Gegenwart auf. Einen solch gänzlich waldlosen Zustand wünsche sich bestimmt niemand mehr, meint er, wohl aber gelte es, der unkontrollierten Ausbreitung des Waldes entgegenzusteuern.
Gefällt.
Erste Schritte in diese Richtung wurden nun gesetzt, indem von Arbeitern des Naturpark-Vereines gezielt knapp zwei Dutzend Waldbäume, primär Fichten, am Hang vor der Kirche gefällt wurden.
Naturparkobmann Franz Grabenhofer zieht Vergleichszahlen heran, um deutlich zu machen, wie immens der Waldbestand im gesamten Naturpark Pöllauer Tal seit 1930 angewachsen ist. Waren damals exakt 29 Prozent der Gesamtfläche mit Wald bewachsen, sind es mittlerweile 57 Prozent. Die Waldfläche hat sich seither also fast verdoppelt. Von dieser Entwicklung betroffen ist auch der Pöllauberg.
Wunsch.
Grabenhofer würde sich wünschen, weitere Teile der Waldfläche, die sich im Besitz der Diözese Graz-Seckau befindet, zu roden und stattdessen eine naturnahe Magerwiese anzulegen. Grabenhofer: "Wir haben dem Pöllauberger Pfarrer auch schon angeboten, diese Wiese gratis vom Naturpark-Verein aus zu bewirtschaften, sollte es letztlich die Einwilligung zur Schlägerung geben."
Ibounigg selbst plädiert für einen Weg der kleinen Schritte. "Man sollte äußerst sensibel vorgehen. Statt auf einmal eine größere Fläche abzuholzen, ist es besser, Jahr für Jahr nur den einen oder anderen Baum umzuschneiden", meint der Geistliche.
Gewinn.
Ein großes Anliegen von Ibounigg ist nicht nur dafür zu sorgen, dass die Wallfahrtskirche wieder weit in der Landschaft sichtbar ist, sondern auch den ausufernden Schilderwald rund um das Gotteshaus zu lichten. "Zum Teil kommt das einer Bevormundung unserer Gäste gleich", lautet seine Kritik.
Unter dem Motto "weniger ist mehr" macht sich Ibounigg dafür stark, nach gemeinsamem Überlegen das eine oder andere Hinweisschild wieder abzumontieren. Das wäre zweifelsohne ein Gewinn für die Harmonie der einzigartigen Landschaft am Pöllauberg, ist der Pfarrer überzeugt.














