Spedition Tatschl pleite - 136 Mitarbeiter betroffen
Der obersteirische Güterbeförderer Tatschl & Söhne Speditions- und Transport Gesellschaft m.b.H. hat nach Informationen der Gläubigervertretungen KSV 1870 und AKV vom Freitag Insolvenz angemeldet. 136 Dienstnehmer sind betroffen.

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Für den Vorsitzenden des Arbeiterbetriebsrates Ernst Schöngruber ist die Insolvenz nicht überraschend gekommen: "Die Novemberlöhne wurden nicht mehr bezahlt, das Weihnachtsgeld auch nicht, und auch der Dezemberlohn, der Mitte Jänner fällig wird, kann nicht mehr überwiesen werden. Die Kollegen werden ihr Geld aus dem Insolvenzausgleichsfonds bekommen. Die Belegschaftsvertretung wurde nach einigem Getöse (ein potenzieller Betriebsrat wurde mit Kündigung bedroht) und Unterstützung hochrangiger Gewerkschaftsfunktionäre erst vor zwei Jahren installiert. "Seither war es nie richtig ruhig, in Wahrheit wurde schon länger dahinvegetiert", beurteilt Schöngruber die Lage. Er hofft aber auf die Fortführung des Unternehmens: "Natürlich herrscht helle Aufregung unter den Kollegen, mein Telefon läutet ständig. Aber momentan läuft der Betrieb normal weiter. Soviel uns gesagt wurde, gibt es Verhandlungen mit einem Investor. Vielleicht ist dieser Schnitt sogar die beste Lösung und eine Chance, wieder stabile Verhältnisse zu schaffen. Ich gehe derzeit davon aus, dass die Jobs erhalten bleiben."
Die Nachricht über die Insolvenz des 1956 als Ein-Mann-Betrieb gegründeten Unternehmens platze gestern in die zwischenfeiertägliche Ruhe und verbreitete sich in der Region wie ein Lauffeuer. Nicht abgezeichnet hat sich die dramatische Entwicklung für Johann Einzinger, Leiter des Arbeitsmarktservice (AMS) Liezen: "Ich habe davon bis jetzt nichts gewusst. Es wurden über das Frühwarnsystem bei uns auch keine Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet." Für die über 100 Betroffenen und auch aus Sicht des Arbeitsmarktes im Bezirk hoffe er sehr auf den Weiterbestand der Spedition. "Wenn nicht, muss es Gespräche mit dem Land über eine Arbeitsstiftung geben", betont Einzinger.
Größte Insolvenz
Laut Kreditschutzverband (KSV) handelt es sich gemessen an Passiva und Anzahl der Dienstnehmer um "die größte Insolvenz im obersteirischen Raum in diesem Jahr". Betroffen sind 136 Beschäftigte (elf davon in Deutschland) und 206 Gläubiger. Bei Aktiva von rund 4,5 Millionen Euro und Passiva von 16,7 Millionen beträgt die Überschuldung rund 12,2 Millionen Euro. Laut Angaben des Unternehmens im eröffneten Verfahren sei die Unternehmensentwicklung bis 2008 positiv gelaufen. Ab 2009 hätten die stark gestiegenen Treibstoffpreise und ein "massiver Absatzeinbruch in der gesamten Automobilbranche" und Konkurrenz aus Osteuropa zu deutlichen Problemen geführt. Seit Juli 2012 seien Gespräche mit einem Investor geführt worden, letztlich erfolglos. Laut KSV ist die Fortführung und in weiterer Folge die Verpachtung des Betriebes geplant. Ein Kundenstock (wie etwa Knauf) ist jedenfalls vorhanden. Sie auch Seite 41













