Bürgermeister Pack übersteht Putsch nach Heim-Affäre
VP-FP vereiteln Abwahl von Hartbergs Heimleiter Karl Pack als Bürgermeister. Land schweigt zur Entschädigung von Ex-Zöglingen. Grüne sprechen von 17 Fällen.

Foto © PILCH Mit den Stimmen der schwarz-blauen Koalition überlebte Bürgermeister Karl Pack (VP) den Misstrauensantrag
Die rot-grüne Opposition der Stadt Hartberg erhöht den Druck auf VP-Bürgermeister und Landesjugendheimdirektor Karl Pack. Wegen der Missbrauchsvorwürfe ehemaliger Heimzöglinge sowie gravierender politischer Differenzen über die Organisation der Stadtwerke, versuchten SP und Grüne, den Stadtchef im Gemeinderat mit einem Misstrauensantrag zu stürzen. Die schwarz-blaue Koalition blockte die Attacke ab.
Packs politische Kritiker fahren schwere Geschütze auf: Dass das Land Steiermark mittlerweile offenbar mehrere Opfer von Gewalt im Heim auf Empfehlung der Opferschutzkommission finanziell entschädigt hat (wir berichteten), mache diese Fälle quasi amtlich. "Es ist damit bestätigt, dass Missbrauch getrieben wurde", sagt Grün-Gemeinderat Heinz Damm. Pack habe dem Gemeinderat diesbezüglich nicht die Wahrheit gesagt.
Auf die im Sommer eingebrachte Anfrage der steirischen Grünen, in wie vielen Fällen konkret gezahlt wurde, verweist der zuständige Landesrat Siegfried Schrittwieser jetzt auf Datenschutz. Der Landesregierung seien keine Details bekannt, verlautet er. Dem steht entgegen, dass jede Zahlung von der Regierung per Beschluss genehmigt werden muss. Im Fall von Ex-Zögling Alfred P., der 12.000 Euro Entschädigung vom Land bekommen hat, liegt der Kleinen Zeitung das entsprechende Dokument der Landesregierung vor.
Aus "gesicherter Quelle" wollen die Grünen von 17 Entschädigungsfällen wissen. "Still und leise wird hier entschädigt. Pack ist als Heimleiter und Bürgermeister untragbar", ärgert sich Grün-Stadtrat Christoph Wallner. Das Land sei offensichtlich nicht an einer Aufklärung interessiert.
Irritiert
Pack reagierte auf die Kritik und den Misstrauensantrag im Plenum schwer irritiert. "Viel tiefer geht es nicht mehr. Es ist leicht, jemanden anzuschütten", zeigte er sich betroffen. Die Vorwürfe gegen das Heim seien alle gründlich untersucht worden. "Der Staatsanwalt hat die Ermittlungen nicht wegen Verjährung eingestellt, sondern weil es keinen Tatbestand gibt." Von Entschädigungszahlungen wisse er überhaupt nichts. "Wenn da jemand Geld bekommen hat, ist das sicher nicht gerechtfertigt."
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"Still und leise wird entschädigt. Pack ist als Heimleiter und Bürgermeister untragbar."
Christoph Wallner, Grün-Stadtrat in Hartberg














