Mutige Helfer reanimierten Unfalllenker
Ein 50-Jähriger kam aus unbekannter Ursache von der Straße ab und fuhr frontal gegen eine Bachbettmauer. Vier junge Oststeirer retteten den Schwerverletzten aus dem Wrack und leisteten Erste Hilfe.

Foto © FF Vorau
"Ich wollte mit einem Freund zu einer Buschenschank, plötzlich haben wir neben der Straße Rauch gesehen", erinnert sich Michael Haspl. Gemeinsam mit Peter Schreiner, Johann Pfleger und dessen Freundin Bettina Feiertag leistete er einem lebensgefährlich Verletzten (50) nach einem Unfall in Schachen bei Vorau Erste Hilfe.
Von einem lauten "Tuscher" wurde Peter Schreiner auf den schweren Unfall aufmerksam. Sofort rannte er aus dem Haus seiner Freundin gleich neben der Unfallstelle - einem Wasserdurchlass. Dort war der 50-Jährige mit seinem Auto hineingestürzt, nachdem er aus ungeklärter Ursache in der Linkskurve von der Straße abgekommen war. Sofort setzte Schreiner einen Notruf ab, inzwischen waren auch die anderen Ersthelfer am Unfallort eingetroffen. Gemeinsam mit Haspl und Pfleger versuchte er, den Schwerverletzten aus dem Wrack zu befreien. "Der Mann ist mit dem Bauch auf dem Armaturenbrett gelegen und war nicht ansprechbar. Wir haben noch beim Roten Kreuz nachgefragt, ob wir etwas falsch machen können", schildert Pfleger.
Danach hoben sie den Bewusstlosen vorsichtig über die Fahrertür des auf dem Dach liegenden Audis ins Freie, wo sie den 50-Jährigen auf der Wiese reanimierten. Dabei übernahm Bettina Feiertag, die beim Jugendrotkreuz war und erst vor Kurzem einen 16-stündigen Erste-Hilfe-Kurs absolviert hat, das Kommando. "Meine Freundin hat die Herzmassage durchgeführt", sagt Pfleger, der inzwischen im Opfer den Vater eines Freundes erkannt hatte. Mithilfe eines Dreieckstuches aus dem Verbandskasten seines Autos beatmete Haspl den Unfalllenker: "Da darf man gar nicht darüber nachdenken, man muss einfach handeln. Ich weiß gar nicht, wie lange ich beatmet habe, weil man in so einer Situation kein Zeitgefühl hat." Der Oststeirer hat selbst drei Freunde durch einen Autounfall verloren, auch deshalb "haben wir getan, was wir konnten".
Der 50-Jährige liegt im LKH Graz. Laut Polizei ist sein Zustand stabil, die Lebensgefahr sei aber noch nicht gebannt. "Mit ihrem beherzten Eingreifen haben die Helfer alle Maßnahmen gesetzt, dass der Lenker Überlebenschancen hat", betont Einsatzleiter Ewald Pertl, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Vorau.















